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FRAKTUR - Ausgabe 1998
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Vorwort
Der Stern machts, die Bildzeitung auch und nun auch die Fraktur, des Downhillers beste Klolektüre. Wir veröffentlichen einen offiziellen Jahresrückblick 1998! Vieles ist geschehen, viele Fragen sind offen. Wie war der Locomotion-Cup? Warum musste Lady-Di sterben? Welches Werkzeug eignet sich zum Trail-Bauen? Warum ist die Fraktur so gut und doch so billig? Wie verwandelt man Flüssigkeit in Gel? Wo ist der Radarschirm meines Kenner-Millenium-Falcon und ist die Titanic wirklich gesunken??? Auf einige dieser Fragen haltet ihr hier die Antwort in den Händen. Die anderen dürfen wir nicht verraten.
Also, kauft die Fraktur, lest sie und nehmt sie nicht zu ernst.
Wir wissen, daß wir keine Hochglanz-Farbfoto-Blitz-Illu sind, wollen wir auch gar nicht, denn die Fraktur ist mit Herzblut und in 3 1/2 stündiger Arbeit gemacht! Ach ja, diesmal hat sich das ganze Fraktur-Team an der Ausgabe beteiligt. Und nur durch sie ist diese Ausgabe so genial geworden. Dank an Waldy, Jens und Clovis. Man wird sicher noch viel von ihnen hören!

Locomotion-Cup 1998

Nachdem alle großen Bike-Zeitschriften mehr oder weniger ausreichend über den Locomotion-Cup 1998 berichtet haben, wird hier der Cup einmal aus der Sicht eines Privatfahrers geschildert, der ohne Unterstützung und Betreuung in die deutschen Lande zieht um ein "bisschen" die Berge runterzuschreddern.
Eigentlich kann man alle Rennen in einem Bericht zusammenfassen, waren die Wetterbedingungen fast immer gleich. Regen, Regen und nochmals Regen, und wenn es am Rennwochenende nicht geregnet hat, hatte es die Tage vorher ausreichend geregnet und die Strecke war somit genauso sickig.
So schlängelten sich enorme Spurrillen die Berge runter, durch das permanente runtergeschredder auf dem weichen Waldboden entstanden von selbst künstliche Anlieger, Wurzeln wurden freigelegt und freigespült (ein Hinweis für unsere "kleinen Naturfreunde" - nach dem Rennwochenende wurden die Strecken wieder geschlossen und rekultiviert, damit sich die Natur wieder erholen konnte).

Gestartet wurde der Locomotion-Cup 1998 wie immer mit dem Eröffnungsrennen in Eifa. An den Tagen vorher hatte es fürchterlich geschüttet, und somit war die Strecke ziemlich feucht. Auf dem untersten Teil der Strecke, dem Wiesenstück, waren regelrecht Seen entstanden, die der eine oder Biker mehr oder weniger freiwillig als "willkommenes" Bad nutzte. Leider muß man sagen, daß sich die Strecke im Gegensatz zum Vorjahr verschlechtert hatte und somit kein Fahrfluss zustande kam.
Hervorheben muß ich den Shuttle-Service, ein einziger Traktor(!) mit Anhänger, der Zulauf war dementsprechend groß und die Moral vieler Biker läßt doch sehr zu wünschen übrig, so daß mancher Biker, der oben am Berg angekommen war, direkt wieder mit dem Shuttle nach unten fahren konnte weil an seinem Bike die Bremsleitung abgerissen war. Unsereins nahm den beschwerlichen Weg des raufschiebens wahr, war man somit doch aufder sicheren Seite und der Berg in Eifa ja nicht allzu hoch.
In Eifa wird auch 1999 wieder das Eröffnungsrennen des Locomotion-Cups stattfinden.

Vom zweiten Rennen in Stetten am kalten Mark (Schwarzwald) kann ich leider nicht persönlich berichten weil ich nicht vor Ort war. Es soll allerdings die schönste Strecke des gesamten Cups gewesen sein. Und das Wetter soll wie immer besch.... gewesen sein.

Das dritte Rennen fand in Ilmenau / Thüringen statt. Wenn man diesen Ort erst einmal erreicht und die Strecke gesehen hat, kann man nur sagen - ein Muß! Und Ausnahmsweise einmal kein Regen, weder vorher noch während des Wochenendes. Das erste was wir von der Strecke sahen war die Skiabfahrt. Es mögen 30 bis 40 Höhenmeter gewesen sein und mächtig steil, Geschwindigkeiten um 80 Stundenkilometer waren ohne Problem möglich. Etwas abbremsen, hinein in einen Holzanlieger und dann ins Ziel. Die Leute, die aus dem Anlieger rausgeflogen sind, blieben zum Glück weitgehend unverletzt. Der obere Teil dieser langen Strecke war sehr abwechslungsreich und technisch ziemlich anspruchsvoll. Wenn man im Ziel war schmerzte einem der ganze Körper und das Adrenalin spritzte einem fast aus den Ohren.

Das vierte Rennen war in Büren, dort war ich auch nicht angetreten, aber es soll wie immer gewesen sein, sehr kurz und mit dabei das "Massengrab", was an diesem Wochenende seinem Namen wohl alle Ehre machen sollte, zerschellte dort ein Fahrer nach dem anderen.

Das fünfte Rennen fand in Rittershausen statt. Das erste was uns auffiel: scheiß Infrastruktur. Es gab kaum Hotels und so fuhren wir bereits am Freitagmorgen ein Rennen gegen Adrian Vesenbeck vom B 1-Team, allerdings nicht auf den Bikes, sondern mit den Autos. Das begehrte Objekt: ein Hotelzimmer in der nächsten Stadt. Im Gegensatz zu den Bikes konnte ich hier Adrian in die Schranken weisen (Dank an die Bayrischen Meister-Werke). Danach ging es zur Strecke. Es war nicht nur einfach nass, nein, es war sch...nass. Die Lachse schwammen im wahrsten Sinne des Wortes die Berge hoch. Bei Trockenheit wäre die Strecke ziemlich rund und schnell gewesen, aber so war es nur noch superglatt und glitschig. Der Start ging über eine nicht sehr steile, man konnte auch sagen flache Skiabfahrt mit Gegenanstieg mit anschließendem Eintauchen in den Wald. Fazit des Rennens in Rittershausen: Skiabfahrt mit Gegenanstieg nicht ganz so doll, aber ansonsten ganz in Ordnung. Hotelsuche ein Fiasko. Hier muß dringend was unternommen werden.

Das letzte Rennen des Cups, der Pflichtlauf, fand in Lauscha statt. Noch weiter als Ilmenau hatte man sich für den Pflichtlauf keine weiter entfernte Strecke aussuchen können.
Und es war wie immer. Nein, nicht ganz. Wir fuhren 650 Kilometer (!) nur im Regen (ob es eine Wolke war die mit uns mitzog oder ein Wolkenteppich von 700 Kilometer Länge war konnten wir bis Redaktionsschluß nicht ermitteln), und alle drei Tage des Rennwochenendes hat es permanent ohne Unterbrechung nur gesickt. So gestaltete sich dann auch das Fahren auf der Strecke zu einem geilen Vergnügen. Im oberen Teil der Strecke, ein schneller Waldweg, fuhr man mehr quer als geradeaus, danach hinein in den Wald mit Megawurzeln und anschließend auf ein sehr steiles Wiesenstück mit fiesen, zugewucherten Löchern, wo der eine oder andere Fahrer auch schonmal über den Lenker ging. Auf diesem Stück war es unübersehbar: je mehr Federweg, desto besser. Es war alles in allem ein saugeiler Kurs, der nächstes Jahr wahrscheinlich leider nicht mehr dabei sein wird.

Somit wären wir auch beim Fazit des Locomotion-Cups 1998:
Die Strecken passen sich immer mehr den HighEnd-Bikes an (oder umgekehrt?!), werden immer technischer und extremer. Und somit freuen wir uns schon auf die Saison 1999!
Ein besonderer Dank gebührt Locomotion-Sports und Fred Lettermann, stellen sie doch mit dem Locomotion-Cup ein Programm auf die Beine, wo der BDR sich eine große Scheibe von abschneiden könnte.
Waldy

Kettenhunde.. und andere Tiere

Willkommen meine Damen und Herren bei der Klärung der Führungsfrage. Zur Wahl stehen 35 Kandidaten die um die Gunst der kettenabfallbefallenden Radfahrer buhlen.
Ich darf ihnen Kandidat Nr 1 vorstellen:

Point (129, 90 DM):
Dieses System ist dem MRP nachgebaut und funktioniert tadellos. Die Montage ist zwar etwas mühsam (viele kleine Schrauben), aber wenn es einmal richtig dran ist, läuft es wunderbar. Bei der Demontage ist zu bemängeln, daß die kleinen Inbusschrauben so voller Dreck waren, daß man sie nur mit Not wieder herausbekam. Schrauben tauschen - Führung perfekt. Zu empfehlen ist auch das etwas teurere Blackspire von NCl7.

Schauff (So um 50,- DM):
Eines der billigsten Systeme und auch eins der schwammigsten. Das Blech ist so weich, daß die Kette trotzdem durch die obere oder untere Rolle fällt. Das bedeutet dann Fahrausfall. Das ärgerlichste ist jedoch, daß, wenn man die 5chrauben etwas fester anzieht, alle Gewinde kaputt gehen. Also Rolle sauber machen und als Pizzaschneider verwenden.

Roox Chaindog/Chaincat (119,90 DM / 109,90 DM): Das System für umwerfertaugliche Räder funktioniert einwandfrei. Die Verarbeitung ist erstklassik und die Optik stimmt auch. Die Kette wird da gehalten wo sie hingehört. Mit der MRP-Kopie von Point der Gewinner unseres kleinen Tests. Neu auch das Roox Chainanimal Dog und Cat zusammen mit Tretlagerbefestigung.

Bei allen Systemen haben wir festgestellt, daß man nach den ersten Ausritten am besten alle Schrauben nochmals kontrolliert, da sich fast jede etwas losrüttelt.
Sebi

Tooltime

Wer heutzutage im Downhillsport etwas reissen will, muss viel trainieren und braucht Strecken wo er seine Fahrtechnik verbessern kann und die gibt es ja nicht wie Sand am Meer.
Also stellen wir euch ein paar Werkzeuge vor mit denen ihr eure Trails umbauen könnt.
Viel Spass beim Buddeln, aber lasst euch nicht vom Förster erwischen!

Spaten
Typ: Klappspaten
Gewicht: 250g Gesamtlänge: 61,5cm
Farbe: grün + grau Material: Holz/Stahl
Nutzung: Für alle Böden
Testurteil: Könnte etwas besser verarbeitet sein. Stiel bricht leicht, Nieten lösen sich. Trotzdem auf keinen Fall zu entbehren.
Gesamturteil: gut Preis: ca. 15 DM

Hammer
Typ: Fäustel
Gewicht: 1250g Gesamtlänge: 25,7cm
Farbe: k. A. Material: Holz/Stahl
Nutzung: Für alle Äste und Zweige die in den Boden gehen
Testurteil: Gute Verarbeitung, sehr handlich trotz hohem Gewicht
Gesamturteil: gut
Kaufpreis: k. A.

Hacke
Typ: Handhacke
Gewicht: 250g Gesamtlänge: 27,9cm
Farbe: k. A.
Material: Holz/Stahl
Nutzung: Für lockere Böden um Wildkräuter zu entfernen.
Testurteil: Die Schweissnähte könnten sauberer sein. Nützliches Werkzeug, muss man aber nicht unbedingt haben.
Gesamturteil: befried.
Kaufpreis: ca. 10 DM

Säge
Typ: Bügelsäge
Gewicht: 300g Gesamtlänge: 42cm
Farbe: orange/black
Material: VA/Stahl
Nutzung: Für jeden Zweig bis 11 cm Durchmesser
Testurteil: Sehr gut verarbeitet, liegt gut in der Hand. Sehr nützlich wenn doch mal ein Zweig im Weg ist.
Gesamturteil: sehr gut
Kaufpreis: ca. 25 DM
Alle Werkzeuge wurden von einem fachlich geprüften, unabhängigen Mitarbeiter in den letzten Monaten bei jeder Witterung und unter härtesten Bedingungen getestet.
Was man mit Hammer und Säge noch alles anstellen kann, wenn der Förster aufdringlich wird, verraten wir euch ein anderes mal.
Jens

Ich kann es nicht mehr hören!!! Altenheim-Racer

Sobald Waldy Irgendjemanden trifft, der Irgendjemanden kennt der irgendwann in den 80ern BMX-Rennen gefahren ist, schaltet sein krankes Hirn auf folgende Frage um: "Kennst Du jemanden der ein Kuwahara hat?" Kuwahara, das ist weder das Mittagsmenue M12 beim China-Imbiss um die Ecke und auch keine seltene Geschlechtskrankheit. Es handelt sich um irgendeine Japan-Marke, die unter Old-Shool BMXern wohl bekannt ist. Auch ET's pubertierender Freund Elliott ist auf so einem Bike unterwegs gewesen.
Doch gerade diese Eigenart des Senioren Waldy hat mir eins der besten Bike-Events in diesem Jahr beschert. In Weiterstadt (Irgendwo bei Darmstadt) sollte nämlich der vierte BMX-Veteranen-Cup stattfinden.
Also wurde am 20. September die Schlaghose eingepackt, von Opa der Polyester Jogger geliehen und mein antikes Schauff Crossmaster mit Druckguss-Laufrädern und Trommelbremse entstaubt. Waldy musste sich mit seinem alten Redline begnügen, das Stilecht mit Skyway-Laufrädern ausgestattet war.
Auf dem Weg nach Weiterstadt bombardierten wir unsere Gehörgänge mit 80er Mucke um schon mal in adäquate Stimmung zu kommen. Dort angekommen checkten wir erstmal die Bahn. Super Fett! Mit Startgatter, Tables, Doubles, Triples, Steilkurven und einem Riesen-Partyzelt. Einige alte Herren waren auch schon fleissig beim Training, verschiedene Mottenzerfressende GT-, Skyway- oder Haro-Jerseys wurden spazierengefahren. Man konnte direkt erkennen: Die alten Säcke rocken noch voll!! Die scheinen nichts verlernt zu haben. Fachsimpeleien, was wohl '82 der beste Rahmen war und wer noch die Ausgabe XY von BMX-Action hat. Super Stimmung und alle waren nett.
Übrigens wusste ich gar nicht mehr, daß bei einem Rennen jemals die Sonne scheint, aber sie tat es das ganze Wochenende über (außer Nachts).
Am nächsten Tag war nach schlechtem Frühstück Race Day.
Man konnte fast glauben in einem Riss im Zeit-Raum-Kontinuum gefahren zu sein, der uns irgendwo bei 1980 wieder ausspuckte. Aber leider nur fast. Nur einige Fahrer mussten mit ihren nagelneuen Race-Bikes über die Piste kacheln, passte irgendwie nicht ins Bild. Das Race war absolut Spitze und sehr witzig. Ergebnisse waren bei einer derartigen Veranstaltung eher zweitrangig und unsererseits eher peinlich (kein Wunder bei dem Starterfeld). Zitat Waldy: "Ich bin auf Redline noch nie klargekommen!"

Fazit: Old School rules!!

Ach ja, Waldy hat endlich ein Kuwahara, wer trotzdem noch Zeug davon hat, kann sich bei der Fraktur melden!
Alex

Dassel

Ein Rennen außerhalb der Serien fand in Dassel, am Rande des Harz statt. Gestaltete sich die Hinfahrt noch mit gemischten Gefühlen, hörte man vorher, in Dassel solle es sich um eine langweilige und anspruchslose Strecke handeln. Als wir in Dassel an der Strecke ankamen, mußten wir feststellen, daß es sich um eine liebevoll gestaltete Strecke handelte. Die Strecke führte im Gegensatz zu anderen DH-Strecken nicht durch den Wald, sondern über Felder, Feldwege und dergleichen. Wie war es doch mit den drei Dingen gleichzeitig? In Dassel hatten die Veranstalter es umgesetzt, DH-Passagen mit Kanten und Steilstücken, Dualslalom-Passagen mit einem Double- und Tripplejump, Anliegern und einem Zielsprung über einen Traktoranhänger, Freeride-Passagen, wo man es richtig krachen lassen konnte.
Zudem spielte der Wettergott mit, es war warm und sonnig und der ausgetrocknete Boden ließ enorme Geschwindigkeiten zu. Der Shuttle-Service war bestens organisiert und als besonderes Highlight fand auch noch ein Non-Suspension-Race auf der gleichen Strecke statt, wo sich die Irren mit ihren Hardtails mit starrer Gabel (!) runterstürzten. Zuschauerliebling wurde ein Fahrer auf einem Stevens-Hardtail, welches nach dem Double-Jump vor meinen Augen in der Mitte auseinanderbrach. Der Fahrer blieb zum Erstaunen der Zuschauer zum Glück unverletzt und gewann ein Faß einheimisches Bier.
Ich hoffe die Veranstalter und die einheimische Brauerei veranstalten nächstes Jahr wieder dieses enorm spaßige Rennen.
Deshalb ist Dassel nächstes Jahr wieder ein Muß!
Waldy

Kranked

Ein superkrasses Video mit ebenso superkrasser Enttäuschung. In den beiden großen Zeitschriften war zu lesen: "Supercooles Video mit total verrückten Sequenzen, netter Musik und im Moment wohl das beste auf dem Markt". Tja, das müssen unsere Augen mal testen dachten Alex und ich. Den Film in den Händen glitzerten unsere Augen wie die eines Kindes kurz vor der Bescherung. Also Chipse raus, Video rein!
Der Film beginnt mit kurzer Vorstellung der Fahrer und Abfahrten auf staubigen Steilstücken. So, jetzt wird es abgefahren. Ja wie?? Immer noch die gleiche Kacke?? Staubige Steilstücke. Nach 10 Minuten Langeweile mal zur Abwechselung Staubige Steilstücke. Als wir dann ein kurzes Nickerchen machten und nichts verpassten, konnten ein paar Sprungszenen mit Brian Lopes und Dave Cullinan uns noch ein kleines Lächeln abgewinnen. Ein paar Stürze waren auch ganz nett und dann kam der Hammer: Total crazy und noch nie da gewesen: Staubige Steilstücke und das 10 Minuten lang! Herrlich!!
Zu diesem Video lässt sich sagen, daß es bestens für staubige-Steilstück-Fetischisten geeignet ist. Wer hingegen Action haben will, kann sich besser Tele-Gym ansehen.

Pradikat: besonders s t a u b i g
Sebi

Lippes DH

Samstag Morgen, 10.00 Uhr: Ich wache auf und denke: "Geil! Downhillfahren!!" Schnell Klamotten gepackt, Fahrrad ins Auto und ab nach Wuppertal zum Rennen.
Klares, arschkaltes Wetter, aber immerhin besser als Regen. Ich komme an und um 11.00 Uhr ist der Parkplatz schon voll. Es hatte sich auch schon ein Teil der Deutschen DH-Prominenz, wie Stefan Herrman, Gino Schliefske, Jochen Forstmann (wegen einer Verletzung leider nicht am Start), Düse (Dennis Stratmann) und noch viele mehr eingefunden. Naja, egal, erst mal ein paar Fraktur-Kollegen begrüßen (Sebi und Alex), Klamotten an und ein wenig die Strecke antesten.
Start, Rechtskurve auf einem breiten Laubweg, leicht abschüssig, Linkskurve in einen Anlieger und ein paar Schlangenkurven hintereinander mit Anliegern und Wurzeln. Dann ein kleines Tretstück, sehr schnell. Aufpassen! Linkskurve, wieder ein Tretstück mit leichter Neigung. Nach 150 Metern ab in die Bobbahn, vier 90 Grad Steilkurven hintereinander mit sehr vielen Steinen, Wurzeln und hartgefrorenem Lehmboden. Dann wieder antreten und in eine langgezogene Rechtskurve, die für alle Zuschauer die Show-Kurve war, da sich in dieser fast alle einmal zerlegt haben. Das ganze ziemlich schnell und steil mit 20cm tiefen Rinnen, Wurzeln, dicken Steinen und gaaanz nah am Abgrund. Dann auf einen breiten Schotterweg, Linkskurve und Speed-Kurve nach rechts ein bißchen Driften und wieder ab ins haarige Waldstück, das mit vielen Wurzeln und abgeschnittenen Baumstämmen so manchen zum Verhängnis wurde. Mit Vollspeed nochmal über einen Schotterweg, nochmal ein Steilstück (was kaum zu Fuß zu bewältigen war!!) und noch eine letzte Kurve. Noch kurz antreten, um das letzte rauszuholen und schon hat man das Ziel erreicht.
Nachdem ich die Strecke einige Male getestet hatte, war sie auch sehr gut und flüssig zu fahren.
Dann das eigentliche Rennen. Alles war ganz locker, keiner machte Streß und man hatte wirklich den Eindruck, daß alle nur zum Quatschen und zum Spass da waren. Naja, insgesamt konnten wir (das Frakturteam) mit unseren Ergebnissen zufrieden sein, da wir fast alle neue Räder hatten (Sebi ein Rotwild RDH 02 und Alex ein Hot Chili Warp 210) uns jedoch noch nicht an die neuen Geschosse gewöhnt hatten.
Ergebnisliste gibt es jedoch nicht, weil Meister Lippe und Co. sich ein bißchen Zeit lassen. Nicht schlimm, war ja nur zum Spaß.
Am Abend ging dann Fett die Party im U-Club in Wuppertal ab. Lippe trat mit seiner Band "Pornostuntmen" auf und wir hatten machtig Spaß beim Abrocken. Wir hatten auch an dieser grausamen Musikbegegnung unseren Fun!!! Einfach nur PHETT!
Tüte (Clovis)

Tja, Ergebnisliste noch immer keine! Zu erwähnen wäre noch das Interesse der Försterinnung und der örtlichen Polizei, die allen Downhillern, die nicht auf den Wegen fuhren eine Strafe von 1000,- (!) DM androhten. Lippe sagte: Wir fahren trotzdem!
Ergebnis: Keine Bußgelder, Anarchie rules!!!
Ach ja, Fraktur bedankt sich für die VIP-Karten bei der Fete!! Vor allem Clovis hatte Spaß an der Fete, weil er ab 22.00 mit Hyperventilation zu kämpfen hatte und im Krankenhaus war. Als er die ärztin anhechelte sagte diese, er solle in eine Papiertüte atmen. Nicht wegen Mundgeruch sondern gegen das Hyperventilieren.
Alex

Vierbeinige Ungeheuer

Wer kennt sie nicht, diese zweibeingen Wesen, durch den Wald schleichend mit ihren ach so geliebten Vierbeinern. Meist stehen sie auf irgendwelchen Singletrails oder auf Abfahrten. Auf jeden Fall stehen sie immer und überall im Weg. Die Frage die sich jeder Biker stellt ist "so schnell wie nur möglich vorbeifahren und diese seltsamen Wesen hinter sich lassen" oder "bis zur Besinnungslosigkeit abbremsen und ganz freundlich und nett an ihnen vorbei schleichen"?
Das Ergebnis bleibt gleich: Das große Wesen an dem einen Ende der Leine nöhlt rum und die Töhle am anderen Ende der Leine gibt irgendwelche undefinierbaren Laute von sich (trifft aber auch manchmal auf das große Wesen zu). Der eigentliche Spaß beginnt aber erst, wenn der Köter nicht angeleint ist. Irgendwie fahren diese Viecher voll auf Biker und Bikes ab. Jetzt stellt sich heraus, wie effektiv das Training der letzten Wochen wirklich war. In dem Vergleich Mensch gegen Tier, Technik gegen Wahnsinn wird dem Biker alles abverlangt. Auch die beruhig wirkenden Worte des Hundebesitzers wie "der will nur spielen" (und hängt Dir dabei schon an der Wade) oder "der macht nichts" (und rennt dabei bereits mit Deinem Bein weg) können nur wenig nutzen.
Alleine deswegen wird der Downhill-Sport weiter boomen, weil an den Schienbeinprotektoren beißen sich die Töhlen in wahrsten Sinne die Zähne aus.
Ein Sonderbericht wird in einer der nächsten Fraktur-Ausgaben erscheinen mit dem Titel "der beste Reifen für Hundekot" oder "wie mache ich mein Bike Hunde-tauglich" ;-)
Waldy

Das FRAKTUR-Team

Auf diesen Seiten stellen wir euch das Fraktur-Team vor.
Sebi, Jens, Christoph, Waldy, Clovis und Alex werden 1999 gemeinsam die nationalen und internationalen (z.B. Belgien) DH-Pisten unsicher machen und bei dem ein oder anderen Dual-Slalom ihr Bestes geben. Einige haben sogar schon Erfolge verbuchen können. Waldy z.B. stand beim Locomotion-Cup-Endlauf in Lauscha in seiner Klasse ganz oben auf dem Treppchen und gewann statt einem Pokal für seine Pokalwand eine sündhaft-teure, mundgeblasene, handbemalte Christbaumkugel die auf dem Weihnachtsmarkt locker 80-100 Trommelstöcke kostet.
Trotz, oder gerade wegen solcher Rückschläge sind alle dem Downhill-Shredden sehr zugetan und investieren viel Zeit, Geld und Schweiß (iiihhh!) in ihr Hobby und beim zusammenzimmern von stümperhaften DH-Fanzines.
Also unterstützt diese Passion und kauft am besten gleich zwei (oder mehr) Ausgaben der Fraktur. Eure Freundin, Eure Mama oder Euer kleiner Bruder, Euer Chef und Euer Nachbar, Euer Hund und sogar der Türsteher, der Euch wegen Turnschuhen nicht in die Disse läßt, all diese Kreaturen möchten die Fraktur lesen und sehen was Ihr für ein beklopptes Hobby mit uns teilt.
Hier also die Fahrer und ihre Steckbriefe:

Christoph Christoph "Meister Proper"

- Alter: 15
- Jüngster Sproß im Fraktur Team mit stark ausgeprägtem Bike-Putzfimmel
- Material: Dynamics Alien, Shock Works DH1, Hayes/Magura Raceline
- Ziele 1999: "erstma kucken, ne?!?"
- Bike-Finanzierung: Geburtstagsgeschenk


Clovis Clovis "Tüte"

- Alter: 20
- Hoffnungsvolles Talent mit französischem Beigeschmack und Plastikfahrrad
- Material: GT Lobo, Boxxer Pro, Hope
- Ziele 1999: Bike abzahlen, immer TopTen
- Bike-Finanzierung: Kredit von Freundin CKone


Jens Jens "Lord Helmchen"

- Alter: 21
- Hot-Chili Fanatiker der übelsten Sorte und unser fleißigster Streckenschaufler
- Material: Hot-Chili Warp 210, Manitou X-Vert Ti, Formula, Hot-Chili Ventilkappen,
- Material: Hot-Chili Mütze, Trikot, Kettchen und weitere Garderobe
- Ziele 1999: "Hauptsache Quali!"
- Bike-Finanzierung: mussten wir streichen (Anm. der Redaktion)


Sebi Sebastian "Sebi"

- Alter: 22
- Vegetarier mit Vorliebe für Rotwild?!?
- Material: Rotwild R-DH 02, Boxxer Pro, Gustav M.
- Ziele 1999: groß und stark werden
- Bike-Finanzierung: Mußten wir auch streichen ;-)


Alex Alex

- Alter: 25
- Sturzerprobter Hot-Chili-hassender Hot-Chili-Fahrer
- Material: Hot-Chili Warp 210, Shock Works DH1, Gustav M.
- Ziele 1999: Irgendetwas gewinnen
- Bike-Finanzierung: Bafög


Waldy Andreas "Waldy"

- Alter: 30
- Alter Kuwahara-Sack mit BMX-Hintergrund
- Material: Hot-Chili Warp 210, Boxxer Pro, Formula
- Ziele 1999: Kuwahara zum Weltmeister, noch mehr Christbaumschmuck aus Lauscha



Todtnau

Todtnau liegt im schönsten und tiefsten Süd-Schwarzwald in der Nähe von Freiburg und ist mittlerweile in der Downhillszene schon wohl bekannt und berüchtigt. Todnau ist einfach einzigartig unter Deutschlands DH-Strecken. Im letzten Jahr traf sich dort die DH-Elite zur Deutschen Meisterschaft und zu einem Grundig-Cup-Rennen. Ebenfalls wird aber noch daran gearbeitet, die Strecke World-Cup tauglich zu machen.
Nach einer ca.10 minütigen Fahrt mit dem Sessellift erreicht man den Gipfel des Hasenhorns. Man steigt ganz gemütlich aus der Gondel und Iässt sich bis zum Start ein wenig rollen. Helm auf, alles abchecken und los geht's auf die 2500 Meter lange und beste Strecke Deutschlands. Die Strecke ist echt haarig und nichts für Anfänger. Erstmal aus dem Starthaus auf die Startrampe und anschließend auf eine ca. 200 Meter langen Schotterweg, auf dem man schon mächtig abgeht. Dann eine 90 Grad Kurve nach links und los geht's, extrem steil, über 3 dicke Steinstufen mit einer Höhe von etwa 50 cm. Dann stark abbremsen, Rechtskurve und anschließend wechseln sich immer wieder Wald- und Wiesenpassagen ab.
Insgesamt ist es sehr steinig und es gibt dort viele große Wurzeln. Teilweise ist die Strecke schwierig zu fahren weil es immer wieder extrem steil und schnell ist (besonders der letzte Streckenabschnitt). Aber es gibt ebenfalls sehr technische Passagen, in denen schon ein gewisses Können erforderlich ist. Nach etwa dreiviertel der Strecke gibt es eine kleine Tretpassage, in der man noch ein bisschen an seiner Kondition feilen kann.
Sollte man keine Lust zum Downhillfahren haben, kann man sich auf der Freeridestrecke etwas Entspannung verschaffen. Diese Freeridestrecke besteht hauptsächlich aus schmalen steinigen Trails aber auch aus breiteren Schotterwegen. So schlängelt sie sich bis ins Tal.
Unten angekommen, direkt am Sessellift, gibt es auch einen Shop, in dem man Bikes, Protektoren und Helme ausleihen kann. Desweiteren dient der Shop auch zum Abhängen. Man kann dort auch Ersatzteile beschaffen, falls mal etwas zu Bruch gegen sollte.
Die Einzelfahrt zum Hasenhorn kostet 9,- DM, die Tageskarte gibt es für 39,- DM.
Alles klar? Noch fragen? Dann wendet Euch an das Fraktur-Team oder direkt an den Funpark unter Tel. 0761/612377, Ralf Herrmann.
Check it out, go there, ride it!!!
Tüte (Clovis)