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Energie und Leistung ganz natürlich - Energy-Produkt Coca
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Was wird uns nicht alles angeboten, um kurzzeitig die Energie zu steigern, unsere Konzentration zu erhöhen usw. Der leckere Espresso aus Italien wird in kleine Bonbons gepresst, konfuse Flüssigkeiten aus Stierhoden werden zusammen mit viel Koffein und Zucker in Dosen gefüllt, Energiepräparate die wahre Wunder versprechen werden in 10 Kilo Vorratsdosen abgefüllt, Bier wird mit Cola und Co gemixt und dann als "Energy-Drink" verkauft und ganze Marktstände voll von Obst lassen sich heute komprimiert in einem einzigen Riegel käuflich erwerben. Es geht aber auch anders und dabei noch ganz natürlich: Coca!

Coca hat seinen Ursprung in Süd-Amerika. Schon bei den Inkas galt Coca, die Cocamama, als heilig, wurde verehrt und für spirituelle Zwecke genutzt. Seither hat das traditionelle Kauen der Cocablätter einen sozialen Ritus wie bei uns in Europa die Tasse Kaffee nach dem Mittagessen. Im 16. Jahrhundert versuchten die spanischen Eroberer Coca zu verbieten, doch schnell stellte sich heraus, dass die Sklaven ohne Coca längst nicht so leistungsfähig waren wie solche, die weiterhin die traditionelle Pflanze konsumierten. Also wurde es wieder legalisiert. Jahrhunderte später fanden die kleinen grünen Blätter dann breiten Anklang: Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Rezeptur für Coka Cola entwickelt, für welches damals ganze Coca-Plantagen in Bolivien aufgekauft wurden. Die Medizin machte sich die narkotisierende Wirkung zunutze. Nicht zuletzt entwickelte sich eine ganze Drogenindustrie aus dem Produkt, dessen erster prominenter Konsument der Tiefenpsychologe Siegmund Freud war.

Heute, im Jahre 2006, hat sich das Bild wieder geändert. Coka Cola müßte eigentlich Zucker-Koffein-Pepsin Pampe genannt werden, böse Zungen behaupten, im Abwasser der Toiletten des deutschen Bundestages ließe sich mehr Kokain nachweisen als aus denen des Berliner Hauptbahnhofes und Siegmund Freud wird heute trotz seiner Neigung zur Droge als einer der bedeutensten Psychoanalytiker gefeiert. Und in Süd-Amerika?! In vielen Ländern Süd-Amerikas ist Coca legal und wird vielerorts angebaut. Die Tradition ist auch erhalten geblieben. So ist es in den "nicht touristischen" Gegenden von Bolivien und Peru gute Sitte, dass man eine Hand voll Cocablätter austauscht, wenn man sich begrüßt. Streckt man hier seinem Gegenüber die Hand entgegen um ihn so zu begrüßen, so weiß man damit nichts anzufangen. Während der Arbeit und in sozialer Gesellschaft wird Coca zusammen mit einem basischen Pulver, dass aus verbrannten Cocablättern gewonnen wird, gekaut. In regelmäßigen Abständen wird eine Tasse Coca-Tee genossen. In vielen Restaurants stehen, obligatorisch wie der Aschenbecher in Deutschland, kostenlos Schalen mit Cocablättern auf den Tischen. Da die Blätter keinen zu intensiven Geschmack haben, kann man sie vor oder nach allen Mahlzeiten genießen. Eine Studie in Bolivien hat ergeben, daß im Durchschnitt 98% der Bevölkerung regelmäßig Coca konsumieren. Coca zählt hier nicht als Droge, sondern ist so alltäglich und selbstverständlich wie das Wasser zum Trinken.

Eine wesentliche Eigenart der Pflanze ist es, dass sie die Sauerstoffaufnahme im Blut verbessert. Das steigert natürlich die Leistungsfähigkeit, hilft aber auch z.B. gegen Kurzatmigkeit in großen Höhen. Zudem regt es die Verdauung an und entwässert den Körper. Die narkotisierende Eigenart der Pflanze bewirkt, dass sie die Zunge und den Mund ein wenig betäubt, wenn man die Blätter kaut. Es gibt auch Leute, die von "berauschenden Zuständen" berichten, was ich persönlich jedoch für einen Plazeboeffekt halte. So viele Cocablätter, die für einen “flash” benötigt würden, bekommt man gar nicht in den Mund.

Coca gibt es in den verschiedensten Darreichungsformen: Als Bonbons, Kekse, in Teebeutel, in kleinen Pillen, Coca-Brot, geraspelt als Gewürz. Die wohl beste Art ist es, sich die Blätter einfach auf einem der vielen Märkte zu kaufen, um die Blätter direkt zu kauen oder sich einen Tee zuzubereiten.

Vorerst bleibt der Genuss von Coca dem Süd-Amerika Besucher vorbehalten, da der Import der Blätter verboten ist!!!

Fazit:
Ein Energy-Produkt "back to the roots". 100% natürlich!

Markus
(03.03.2006)