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Eisregen - Knochenkult - Review
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Psssssttttt...Eisregen....sind das nicht die, die auf dem Index stehen?? Jepp, tatsächlich stießen die Thüringer Extremmetaller in der Vergangenheit bei den Leutchen von der staatlichen Kontrollstelle schon auf, wie soll man sagen, Missgunst?! Da uns staatliche Bevormundung so ziemlich am Allerwertesten vorbei geht, haben wir uns vorab die neue Scheibe von Eisregen zu Gemüte geführt...bevor vielleicht mal wieder die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zuschlägt.

Ob man jetzt deshalb überstürzt in den Laden rennen muss, um sich die neue Scheibe zu besorgen, wissen wir nicht...der Eindruck könnte zumindest entstehen, die Herren von der staatlichen Bevormundungsstelle haben Eisregen ein wenig auf dem "Kieker". Nein, da ist es natürlich besser, wenn bei Gangsta-Rap von Motherfuckern und dem Gebrauch von Schusswaffen rumgestottert wird...aber das ist ja auch wieder ein anderes Thema! Fakt ist, dass man definitiv nicht dran vorbeikommen wird, sich diese Scheibe zu besorgen! Eisregen haben mit dem neuen Album Knochenkult eine Platte rausgebracht, die mächtig kickt. Die Mischung aus Black-, Death- und Gothic Metal hat es in sich. Klare Gesangspassagen werden mit bösen gutturalen Gesangspassagen konfrontiert und kombiniert - die Texte sind zum Teil sehr gut zu verstehen und lassen einen tiefen Einblick in die finsteren Gedanken der Thüringer zu. Der Gesang wird durch den treibenden, meist aggressiven Sound unterstützt, Gitarre als auch Schlagzeug sind hier erste Sahne. Was guten harten und bösen Metal ausmacht, demonstrieren Eisregen mehr als nur eindrucksvoll. Trotz aller Härte ist hier Sinn, Verstand und Melodie drin, nichts klingt wie wildes und unkontrolliertes Rumgebolze. Das trennt die Spreu vom Weizen, sprich Eisregen von den meisten Bands in diesem Bereich! Dabei zeigt sich das Album Knochenkult extrem abwechslungsreich, von fehlender Inspiration keine Spur. Mit "Stahlschwarzschwanger" eröffnet dann auch direkt einer der besten Tracks das Album. Bitterböse und drei Spuren ruhiger zeigt sich die Ballade "19 Nägel für Sophie", ebenfalls ein absoluter Hammersong und ein Beweis dafür, dass Eisregen textlich noch lange nicht am Ende ist! Hier zeigt sich wiederholt der Einfallsreichtum, über welchen Eisregen verfügt. Ebenfalls ein absolute Kicker ist "Das liebe Beil" - wer da nicht die Matte fliegen lässt kann quasi nur am Boden festgetackert sein. Wo schon mal die Matte fliegt, "Sei Fleisch und Fleisch sei tot" strotzt vor Aggresivität und Tempo. Letztendlich bietet das neue Album knapp 50 Minuten zehn verdammt geile arschtretende Songs, dabei ist wirklich kein Song wie der andere! Prädikat: Haben muss!!! Nur eine Sache müssen wir bei Knochenkult bemängeln...es ist das Cover, es wirkt einfach zu schlicht und lässt jegliche Kreativität vermissen...im Gegensatz zum musikalischen Inhalt und letztendlich kommt es ja sowieso nur auf die inneren Werte an ;-)

Label: Massacre Records

Mehr Infos zu Eisregen findet ihr unter www.fleischhaus.de

Tracks:
01. Stahlschwarzschwanger
02. Treibjagd
03. Erscheine
04. Das Liebe Beil
05. 19 Nägel für Sophie
06. Sei Fleisch und Fleisch sei tot
07. Schwarzer Gigolo
08. Süßfleisches Nachtgebet
09. Das letzte Haus am Ende der Einbahnstraße
10. Knochenkult

Waldy
(29.09.2008)