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The Hormonauts - 13 Flight Rock - CD Review
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Zugegeben...ich bin nachtragend! Zur Zeit tobt die Fußball-WM und wer erinnert sich nicht gerne an das Sommermärchen 2006? Wenn da die Italiener nicht gewesen wären! Größtes Ziel seit diesem Tage: Alles was aus Italien kommt zu meiden! Okay, beim Essen und beim Trinken machen wir eine Ausnahme! Ja okay, bei der Federgabel und den Bremsen auch! Aber den Schnulzenbarden Eros Ramadingens, ja, den ignorieren wir mit aller Härte! Und jetzt haben die Hormonauts aus Italien das Album "13 Flight Rock" veröffentlicht...und fuck, auch hier müssen wir leider wieder eine Ausnahme machen!

So wird das natürlich nichts! Mal wieder machen uns die Italiener einen Strich durch die (typisch deutsch) exakt geplante Rechnung! Können die Hormonauts nicht Liebesschnulzen spielen, die wir mit einem verächtlichen Wisch vom Tisch befördern können? Nein, nichts dergleichen! Was uns die drei Italiener auf dem Album "13 Flight Rock" präsentieren, setzt jeden Muskel des Körpers in Bewegung, vorrangig natürlich die Arm- und Beinmuskeln - kurz gesagt alles, was fürs Tanzen wichtig ist. Die Hormonauts klingen so gar nicht nach Bella Italia, sondern hören sich verdammt fuckin' US-amerikanisch an. Kein Wunder, von mitreißendem Rockabilly über Rock'n'Roll bis zu Country ist alles dabei - besser können es die US-Boys auch nicht machen. Obwohl das Album eine enorme Bandbreite aufweist, kann man nicht behaupten, hier handelt es sich "weder um Fleisch noch um Fisch". Einen Spagat sollen nur die wagen, die ihn auch beherrschen - die Hormonauts gehören eindeutig dazu. Andy Macfarlane am Mikro weiß mit seiner ausdrucksstarken Stimme (Guitar) ebenso zu begeistern wie Sasso Battaglia (Bass) und Mattia Pinna De Paola (Drums). Dreizehn Songs sind auf dem Album enthalten, die dem Zuhörer einen phatten musikalischen Arschtritt vom Feinsten verpassen. Dem genialen Openener "Sweet Young Thing" habe ich es dann zu verdanken, dass ich meine angestaubte und längst vergessene Stray Cats wieder rausgekramt habe. "Get Off The Wagon" ist Western höchster Kajüte, auch stimmlich sehr geil umgesetzt. Als Anspieltipp darf man sicherlich auch den Song "Silver Line" nennen, für mich sogar der beste Song des Albums. Mit "Staying Alive" haben sich die Hormonauts einem Discoklassiker gewidmet - auch hier gefällt die Umsetzung, die ein wenig an den großen Johnny Cash in Modern erinnert. Die Hormonauts wissen zu begeistern! Und beim Fußball - was ich mir da wohl für ein Endspiel wünsche?! Danach wird zu der Musik von den Hormonauts gefeiert - so oder so :-) Es ist ja eigentlich doch nur ein Spiel...

Trackliste:
01. Sweet Young Thing
02. Top Shelf
03. Get Off The Wagon
04. Porno Stuntman
05. Crazy Daisy
06. Staying Alive
07. 181
08. Hormone Bomb
09. B.B.B.B.
10. Lucky Toy
11. Hormonettes
12. Silver Line
13. A Life Time Away

Infos zur Band: www.myspace.com/thehormonauts

Label/Vertrieb: Go Down Records/ZYX

Waldy
(17.06.2010)