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ANTHRAX - Worship Music - CD Review
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Zu den Dinosauriern des Metals gehören sicherlich Anthrax. Während die hartrockenden Jungs von Motörhead ihren Stiefel seit Jahrzehnten runterspielen (zum Glück übrigens), gelingt dieses nicht bei allen Bands (manchmal auch zum Glück). Anthrax ist alleine schon wegen seiner Sänger in zwei Lager gespalten. Mit dem neuen Album kommt nun wieder Joey Belladonna zum Einsatz, der unter anderem bereits bei "Among The Living" zum Mikro gegriffen hatte.

Natürlich wollen wir nicht (ausschließlich) in Erinnerungen schwelgen, aber "Among The Living" war (und ist immer noch) ein geniales Album. Mit Freude erinnern wir uns an Songs wie "Caught In A Mosh" oder "N.F.L.". Das dritte Studioalbum der Band erschien 1987 sechs Jahre nach der Bandgründung. Doch blicken wir auf die Gegenwart!
30 Jahre (!) nach der Bandgründung erschien im September 2011 das zehnte Studioalbum "Worship Music". Mit dabei ist natürlich Scott Ian, das einzig verbliebene Gründungsmitglied. Kann sich jemand Anthrax ohne Scott Ian überhaupt vorstellen??? Charlie Banante wirbelt für Anthrax bereits seit 1983 auf dem Schlagzeug herum, erfreulicherweise ist auch Frank Bello mit von der Partie. Relativ neu in der Band ist Rob Caggiano, der erstmalig 2003 bei Anthrax seinen Einsatz hatte und - nach einer kleinen Pause - seit 2007 wieder bei Anthrax in die Saiten greift. Eigentlich schwankt man bei so Größen, wie Anthrax eine darstellt, ja immer zwischen hohen Erwartungen und viel Skepsis.

Nach dem recht belanglosen Intro fackelt Anthrax nicht lange und entfacht mit "Earth On Hell" ein Feuerwerk. Unverkennbar Anthrax prügelt das Schlagzeug auf das Trommelfell ein, gesanglich stark und mit genialen Melodiebögen und einsetzenden Refrains liefert die Band eine erstklassige und mit Sicherheit schweißtreibende Arbeit ab. Mit "The Devil You Know" bleibt es weiterhin trashig, zwar als Ganzes nicht schlecht, aber nicht so mitreißend wie der vorangegangen Song. Danach folgt ein abolutes Highlight mit "Fight 'Em Til You Can't", welches mit genialen Riffs und einer Melodie glänzt, die schnell zum Ohrwurm wird. Der Song ist ein Paradebeispiel dafür, dass Anthrax es nach wie vor drauf haben und, wie in diesem Fall, sich nicht an den alten Songs festklammern müssen. Weiter so! Das dachte sich wohl auch die Band und hat mit "I'm Alive" einen weiteren Burner auf die Platte gebrannt. Herausragend zeigt sich die Stimme von Joey Belladonna - ein bisschen ruhiger, aber kein bisschen leiser! Atmosphärisch startet "Hymn 1" als Intro für "In The End". Ein Song, der eine schöne Stimmung aufbaut und mit starken Gesangsparts bei gleichzeitig treibendem Sound glänzt. Nach dem ruppig beginnenden "The Giant" folgt mit "Hymn 2" das Intro für den Song "Judas Priest". Der Song erscheint uns ein wenig unharmonisch und ist für uns der schwächste Song des Albums. "Crawl" startet unspektakulär, steigert sich aber und ist durch seinen gradlinigen Aufbau - sagen wir mal - einfach aber lecker zu konsumieren. Mit dem vorletzten Song des Albums "The Constant" wird bereits die Abrissbirne geschwungen, bei "Revolution Screams" bleibt kein Stein mehr auf dem anderen! Der letzte und zudem wuchtige Song aktiviert nochmal die letzten Energiereserven der Band - und des Zuhörers. Das Album enthält zehn Songs - wenn wir mal die drei Intros abziehen. Die Band beweist bei fast allen Songs ihre absolute Extraklasse. Anthrax besinnen sich auf ihre Stärken und präsentieren mit "Worship Music" ein erstklassiges, vielseitiges und modernes Album mit klassischen Anthrax-typischen Elementen.

Label: Nuclear Blast (Warner)

Infos zur Band unter www.anthrax.com

Trackliste:
01. Worship (Intro)
02. Earth On Hell
03. The Devil You Know
04. Fight 'Em Til You Can't
05. I'm Alive
06. Hymn 1
07. In The End
08. The Giant
09. Hymn 2
10. Judas Priest
11. Crawl
12. The Constant
13. Revolution Screams

Erhältlich im Handel sowie bei Amazon

(aw / 09.02.2012)