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Craft und Vaude Bikeshorts im Test - Kein Fall für den Doc!
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Dr. House - wer kennt ihn nicht und manchmal könnte man ihn wirklich gebrauchen! Man glaubt gar nicht, was einem für schreckliche Dinge beim Radfahren widerfahren können! Das Gesäß ist empfindlicher als man denkt und kann schneller auf sich aufmerksam machen, als einem lieb ist. Allerdings wollen wir hier nicht näher auf Analabszesse oder ähnliches eingehen - für diese Fälle gibt es schließlich den berühmten Doc. Allerdings können wir euch verraten, wie man sich solche Unannehmlichkeiten oftmals ersparen kann, nämlich mit einer vernünftigen Bikeshort! Die Einsatzbereiche und die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, weshalb wir euch hier heute direkt vier Shorts vorstellen wollen! So unterschiedlich wie die Artikelbezeichnungen der vier vorgestellten Kandidaten sind auch die Einsatzbereiche. Von den hier vorgestellten Shorts dürfen sich zwei Shorts zu den Tourern zählen, bei den anderen beiden Shorts handelt es sich um Shorts für ambitionierte Biker im Bereich XC. Wir haben uns für die Shorts von Craft und Vaude entschieden, also ein Skandinavisch-Deutsches-Quartett. Im Test hatten wir von Craft die "Performance Short" und die "Active Basic Bike Short", von Vaude die "Contour Pants III" und die "Bike Innershorts". Um eine Frage vorweg zu nehmen: Wieso tragen ausgerechnet wir eine Short für Touren? Die Erklärung liegt auf der Hand. Durch die aufrechtere Sitzposition beim Enduro haben wir uns bewusst für die Tourenshorts entschieden. Wie sehr sich die Bikeshorts unterscheiden, werden wir gleich klären. Wer bis jetzt also gedacht hat, die verschiedenen vom Hersteller gekennzeichneten Einsatzbereiche wären nur ein Werbegag, wird sich wundern. Tatsächlich unterscheiden sich die Shorts extrem im Aufbau. Das bezieht sich nicht nur auf den Schnitt der Shorts, sondern besonders die Sitzpolster zeigen extreme Unterschiede. Weniger Unterschiede entdeckt man bei der Materialzusammensetzung, die besteht bei allen Shorts in etwa zu 80% Polyamid und zu 20% Elasthan. Alle Shorts zeichnen sich durch ihre elastische und schnell trocknende Eigenschaft aus. Zur besseren Veranschaulichung des Innenpolsters im Gesäßbereich zeigen wir die Shorts "Inside out", also mit der Innenseite nach außen.

Auffallend beim Tourer oder beim Endurofahrer ist die relativ aufrechte Sitzhaltung. Dieser aufrechten Körperhaltung muss das Innenpolster natürlich gerecht werden, weshalb das Sitzbein stärker geschützt wird. Das fällt direkt an der breiteren Form im Gesäßbereich auf und der geringeren Polsterung im Schambereich. Der Schambereich muss dagegen bei einem Racer oder einem ambitionierten Fahrer mit der typischen gebeugten Körperhaltung mehr geschützt werden. Die Belastung wandert also mit der Haltung, natürlich spielen aber auch persönliche Faktoren eine Rolle. Der Aufbau des Innenpolsters ist natürlich sehr wichtig, so wie die Dicke des Materials an den richtigen Stellen, die Anordnung der verschieden dimensionierten Polsterbereiche und die Festigkeit - hier ist das Verhältnis sehr wichtig. Grundsätzlich darf man nicht den Fehler begehen, alleine die Dicke des Materials als Auswahlkriterium zu wählen. Dünnere Innenpolster sind natürlich vom Tragekomfort angenehmer und lassen erst gar keinen Windeleffekt aufkommen, wie es oft bei billigeren Produkten der Fall ist - wichtig ist hier die Festigkeit und wie die zu schützenden Stellen gepolstert sind. Die Profilierung des Innenplostern der hier vorgestellten Shorts lässt sich sehr gut auf den jeweiligen Bildern erkennen. Wie jeder weiß, so hoffen wir zumindest, unterscheiden sich auch die Herren der Schöpfung und das schöne Geschlecht. Wir stellen hier nur die "männlichen" Shorts vor, aber es gibt bei den Herstellern auch spezielle Ausführungen für die Damenwelt - ein Blick auf deren Sortiment lohnt also. Wichtig ist, dass man sich über den Einsatzbereich und die Körperhaltung auf dem Bike Gedanken macht. Ebenfalls sehr wichtig ist die Atmungsaktivität der Shorts, also die des Trägermaterials und des Innenpolsters, die bei allen Shorts im Test begeistern konnte. Und wieso eine Vorstellung zu dieser Jahreszeit? Die Shorts sind nicht nur für den sommerlichen Einsatz perfekt, sondern lassen sich auch hervorragend unter normalen Freeridepants oder dergleichen tragen, sind also absolut saisonunabhängig. Man sollte nur darauf achten, dass die Hose, die darüber getragen wird, selber ein wenig atmungsaktiv ist - sonst bringt auch die beste Shorts nichts, wenn man im Schweiß ertrinkt. Also unbedingt darauf achten, dass die Überhose nicht die Atmungsaktivität einer Plastiktüte besitzt. Ferner sollte man darauf achten, dass diese Hose nicht zu eng sitzt. Die Shorts besitzen auch den Vorteil, dass das Tragen von Scheinbein- und Knieprotektoren keinerlei Probleme bedeutet. Wir wollen jetzt keinen Sieger küren und welche Hose von welchem Hersteller wohl die Beste sein mag. Jede Hose stellt in ihrem Bereich eine gute Wahl dar und hat sich bei uns über einen langen Zeitraum bewährt.

Craft Active Basic Bike Short
Auffallend bei der Craft Active Basic Bike Short ist die flächenmäßig geringe Polsterung im Schambereich. Von allen vier vorgestellten Shorts wird hier die Polsterung des Schambereichs auf das Nötigste begrenzt. Auch die Polsterung des Gesäßes fällt flächenmäßig geringer aus als bei den anderen Shorts, was aber nicht heißen soll, dass die Polsterung nicht reichen würde. Das Innenpolster ist gut profiliert und an den entsprechenden Stellen mit hoher Belastung dicker gepolstert. Die Hose lässt sich hervorragend unter einer anderen Hose tragen, ohne zu sehr aufzutragen. Das EL 1D Polster bietet dennoch genug Schutz, um ausgiebige Touren angehen zu können. Das Innenpolster ist normal eingenäht, was aber beim Fahren nicht stört. Die Hose sitzt sehr angenehm, dafür sorgt neben der guten Passform auch die Lösung des Bundes. Im Gegensatz zu anderen Shorts befindet sich am Bund nur hinten ein Gummizug, für den Halt vorne sorgt lediglich das elastische Material. Funktioniert hervorragend, rutscht nicht und engt nicht ein. Das oft gegebene Problem mit Nähten hat Craft elegant mittels Flachnähten gelöst. Der Silikonbesatz am Beinabschluss sorgt dafür, dass die Hose nicht hochrutscht, leider sitzt der Beinabschluss etwas sehr stramm. Der Preis ist mehr als fair, für die Craft Active Basic Bike Short muss man 49,95 Euro auf die Ladentheke legen. Eine sehr gute und preisgünstige Short für Touren.

Craft Performance Short
Die Short mit dem höchsten Bund in diesem Test. Auffallend ist hier im direkten Vergleich zur Craft Active Basic Bike Short die großzügige Bemessung des Polsters im Schambereich. Der Grund hierfür ist einleuchtend, durch die gestrecktere Position auf einem Racebike ist hier natürlich mehr Schutz erforderlich. Die Dicke des Polsters ist dünner als bei der Active Basic Bike Short und besitzt eine höhere Festigkeit - das zeigt schon der Test mit dem Daumen. Doch die Race-Gene finden sich auch in anderen Details. Die relativ langen Hosenbeine und das sehr gute El 2D Sitzpolster zeigen die sportlichen Ambitionen der Craft Performance Race Short, die für aktive Biker gedacht ist, die mehrmals in der Woche auf dem Hobel sitzen. Das Innenpolster ist sehr gut in der Hose integriert, keine Falz stört hier. Was uns nicht ganz gefällt sind die Nähte des Trägermaterials, die sich beim langen Tragen auf den Beinen abzeichnen, allerdings nicht in Bereichen, wo diese wirklich stören würden. Natürlich bietet diese Hose ebenfalls einen Silikonabschluss an den Hosenbeinen, damit diese nicht hochrutschen. Wie schon bei der Craft Active Basic Bike Short befindet sich am Bund vorne kein Gummizug, für den Halt vorne sorgt lediglich das elastische Material - eine echt feine Lösung! Für dieses Qualitätsprodukt muss man mit einem Preis von 89,95 Euro leider auch ein wenig tiefer in die Tasche greifen.

Vaude Me Bike Innershorts
Die preisgünstigste Short im Test. Wer von vorneherein plant, die Short als Unterziehhose zu tragen, wie wir es auch immer zu tun pflegen, kann zur Vaude Me Bike Innershorts greifen. Der Vorteil sind die etwas kürzeren Hosenbeine, die nicht so schnell unter einer anderen, über der Innershorts getragenen kurzen Hose zum Vorschein kommen. Die Short bietet ein gutes und großzügig dimensionertes Sitzpolster zum Touren und lässt sich sehr angenehm tragen, auch wenn das Polster weniger profiliert ist als bei den anderen hier vorgestellten Shorts. Das Innenpolster ist gut vernäht, zeichnet sich aber dennoch vom Trägermaterial ab. Nach dem langen Test zeigten sich bei dem Innenpolster auch die meisten Verschleißspuren der hier vorgestellten Shorts - das Polster war merklich "platt" gesessen. Die Innershorts begeistert durch ihren Tragekomfort, nichts scheuert oder zwickt. Der Silikonabschluss an den Beinen sorgt dafür, dass die Short nicht verrutscht. Eine schöne Lösung ist bei der Bike Innershorts der Netzeinsatz im unteren Rückenbereich. Mit einem Preis von 40 Euro ist die Vaude Innershorts natürlich ein absolter Schnapper für Gelegenheitsfahrer! Die Innershorts gibt es natürlich auch für die Dame des Hauses - ein schönes und praktisches Weihnachtsgeschenk, wo die Girls doch immer Wäsche geschenkt haben wollen

Vaude Me Contour Pants III
Natürlich bietet auch Vaude spezielle Pants für Racer. Bei der Vaude Me Contour Pants III erkennt man direkt, schon vor dem ersten Tragen, die Race Gene. So ist das nahtlose Sitzpolster im Schambereich sehr ausgeprägt und die Profilierung ist ausgezeichnet. Das Innenpolster ist geradezu in der Shorts integriert, kein Rand der hier stört. Der Unterschied des Polsters im Vergleich zur Innershorts ist enorm. Das zeigt sich nicht nur in der Festigkeit und der Profilierung, sondern auch in der Haltbarkeit. Wo die Innershorts im Laufe der Zeit schwächelte, gab es mit der Contour Pants III keinerlei Probleme. Die Vaude sitzt sehr gut, nichts stört den Komfort und das gute Tragegefühl der Hose. Auch hier zeichnet sich die Hose durch einen sehr guten Schweißtransport und die schnelle Trocknung des Materials aus. Die Wärmeregulierung der Vaude ist sehr gut. Ebenso überzeugend ist die Verarbeitung der Contour Pants III. Wie alle hier vorgestellen Shorts besitzt natürlich auch die Contour Pants III die Silikonabschlüsse am Bein, damit nichts verrutscht. Der Preis der Contour Pants III beträgt 70 Euro. Die Contour gibt es auch noch in anderen Ausführungen, wie zum Beispiel die Trägerhose Contour Bib Pants III. Eine sehr gute Hose für ambitionierte Biker!

Tipp!
Wer im Bereich der Sitzfläche zu Problemen neigt, sollte mal Hirschtalg-Creme, z.B. von Xenofit, ausprobieren. Das wirkt oft Wunder :-)

Mehr Infos unter:
www.craft.se
www.vaude.de

Waldy
(12.10.2009)