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uvex Enduro Helm - Der Formwandler im Test
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Spätestens bei höheren Geschwindigkeiten auf der Bahn wird die Liebe zu einem MX Helm hart auf die Probe gestellt. Das Helmschild dient als Windfang, der Kopf wird wie ein Ping Pong Ball hin und her gewirbelt und der vom Fahrtwind verursachte Druck auf die Goggle trägt auch nicht gerade zu einem erhöhten Wohlfühlfaktor bei. Insekten und Regen tragen ihren Teil dazu bei, dass viele Endurofahrer, die sich hauptsächlich auf der Straße bewegen, beim Kauf direkt zu einem Vollvisierhelm greifen. Das sind die Gründe, weshalb es Helme wie den uvex Enduro gibt. Was unterscheidet den uvex Enduro aber von einem herkömmlichen Motocross Helm und Vollvisierhelm? Lapidar könnte man sagen, dass sich beide Helme in einem Helm vereint wiederfinden. So findet sich das Helmschild eines MX Helmes ebenso wie das Visier eines Vollvisierhelmes. Wer sich beim Kauf nicht direkt festlegen möchte, den Einsatzbereich flexibel gestalten möchte oder einfach nur einen MX Helm mit den Vorzügen eines Vollvisierhelmes haben möchte, der sollte einen ernsthaften Blick auf den uvex Enduro werfen. Der uvex Enduro erweist sich als regelrechter Formwandler!

Der Helm lässt sich mit wenigen Handgriffen in einen MX Helm, einen Streetfighter Helm oder einen Enduro Helm verwandeln. Für den Einsatz als Motocross Helm kann man das Visier entfernen und eine Goggle überstreifen. Das Gesichtsfeld ist groß genug, um das Tragen einer Motocross Goggle zu ermöglichen. Wir haben Goggles von POC, O'Neal und uvex angetestet - bei keiner Brille gab es diesbezüglich Probleme. Für den Einsatz als Streetfighter Helm wird einfach das Helmschild entfernt und das Visier montiert, während beim Einsatz als Reiseenduro Helm das Visier als auch das Helmschild Verwendung finden. Für alle diese Einstellungen muss man lediglich die beiden Drehknöpfe lösen und die Rändelschraube für das Helmschild - Werkzeug oder eine Münze wird nicht benötigt. Nicht immer gestaltet sich die Fixierung mit den Drehknöpfen als besonders leichtes Spiel, da die Drehknöpfe recht stramm sitzen. Ein wenig Geduld und Fingerkraft schaden manchmal nicht - besonders wenn man das Visier und das Helmschild zusammen montiert.

Verschlossen wird der knapp 1485 Gramm schwere Helm (Größe M) unkompliziert mit einem Ratschenverschluss, der sich ebenso unkompliziert wieder lösen lässt. Die Verarbeitung und die Optik des Helmes geben keinen Grund zur Kritik, ebenso wenig wie der Kaufpreis von 199,95 Euro. Das Helmschild lässt sich dreistufig verstellen, was man als ausreichend betrachten darf. Der Kinnschutz ist enorm ausgeprägt und wirkt sehr dominant, beeinträchtigt das Sichtfeld aber in keinster Weise. Die Belüftungsschlitze des uvex Enduro sind mit Metallgittern versehen. Der Wohlfühlfaktor wird bei uvex groß geschrieben. Der Helm sitzt sehr gut und sehr angenehm, das weiche antiallergische Innenpolster schmeichelt der Haut. Der Bereich der Ohren ist nur leicht ausgespart, was natürlich die Geräuschkulisse dämpft. Mit verschlossenem Visier bekommt man die Außenwelt nur noch sehr gedämpft mit - gewöhnungsbedürftig, wenn man nur hellhörige MX Helme gewohnt ist. Zum Touren und auf dem täglichen Weg zur Arbeit allerdings sehr angenehm!

Ausgeliefert wird der Helm mit einem leicht getönten Visier, als Ersatzvisier ist aber auch ein dunkles als auch ein klares Visier erhältlich. Die Visiere von uvex sind Antifog beschichtet und kosten knapp 40 Euro. Das Visier lässt sich mit Handschuhen gut bedienen, zum Schließen des Visiers darf man ruhig etwas beherzter zugreifen, damit das Visier komplett anliegt. Beim kompletten Öffnen des Visiers wandert das Visier fast vollständig aus dem Sichtbereich und behindert somit in keinster Weise die freie Sicht. Das Visier ist eine Klasse für sich, es ist völlig verzerrungsfrei, recht unempfindlich gegenüber Kratzern und weitgehendst beschlagfrei. Lediglich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt oder bei hoher Luftfeuchtigkeit kombiniert mit niedriger Geschwindigkeit ist der Anflug eines Beschlagens erkennbar. Im Bereich der Stirn befindet sich zusätzlich ein verschließbarer Lüftungsschlitz. Dieser kann je nach Anforderungen den eigenen Bedürfnissen bzw. der Witterung angepasst werden.

Der große Spaß und Auftritt des uvex Enduro gegenüber einem MX Helm zeigt sich vor allem bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn. Trotz des Helmschildes bleibt der Kopf erstaunlich ruhig. Die Vorzüge des uvex Enduro lassen sich aneinanderreihen wie Perlen auf einer Nylonschnur: Die sanfte Geräuschkulisse, der Kopf, der nicht wie ein Ping Pong Ball hin und her geschleudert wird, der minimierte frontale Druck des Fahrtwindes, selbst Regen und Mückenschwärmen sieht man gelassen entgegen. Maximieren kann man das Erlebnis natürlich noch durch die Demontage des Helmschildes - wir als Enduristen bleiben dem Helmschild allerdings treu ;-) Zur Reinigung lässt sich natürlich das Innenpolster entnehmen. Die Lackierung des Helms zeigt sich ziemlich unempfindlich, auch hier darf man ein dickes Plus auf dem Konto des uvex Enduro verbuchen. Selbst an Brillenträger wurde in Form eines Brillenkanals gedacht. Selbstredend erfüllt der Helm natürlich die Norm ECE 22.05.

Fazit:
Der Helm unterstrich im Test bravourös seine Alltagstauglichkeit und darf sich selbstbewusst durch seine Wandlungsfähigkeit einer breiten Fangemeinde sicher sein, welche vom Scooter-Fahrer bis zum Reiseenduristen reichen dürfte!

Material: Polycarbon
Größen: XS, S, M, L, XL, XXL
Preis: 199,95 Euro

Mehr Infos unter www.uvex-sports.de

Waldy
(05.11.2010)