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XLC Pinatubo - DH-Helm in Zeiten der globalen Marktwirtschaft
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Mein guter, alter Downhillhelm von Fox! Seit 9 Jahren begleitet er mich auf jede Downhill- und Freeridetour, Daheim und im Urlaub. Eine so lange Zeit hinterlässt Spuren, keine Frage. Auch wenn in der Vergangenheit kein nennenswerter Unfall passiert ist, so wird das Visier ausschließlich mit Hilfe von Gafferband gehalten, die Polsterung hätte sich ohne den Sekundenkleber bereits auf sämtlichen Trails verteilt und die Gummilippe rund um das Gesichtsfeld hängt mehr im Blickfeld als sonst wo. Ja...nichts ist für die Ewigkeit, und mit dem neunten Geburtstag meines Helmes ist es auch Zeit für einen Wechsel.

Der neue Helm ist von der Marke XLC, das äußerst kreative Kürzel für "x-cellent bike components" und hört auf den Namen "Pinatubo BH-F02". Der Pinatubo ist damit gleichzeitig das High-End Produkt von XLC für die Bereiche Freeride und Downhill. Der 950 Gramm (Gr. L) leichte Helm ist aus einem Stück gefertigt. Neben der Außenschale aus Plastik ist die Schicht aus Pressstyropor im Inneren für den Schutz vor Verletzungen zuständig. Damit erfüllt der Helm die CE EN1078. Die austauschbare, waschbare Polsterung ist antibakteriell und wird mit zwei Druckknöpfen von innen an der Schale befestigt. Somit sorgt sie für den nötigen Tragekomfort. Für die Luftzirkulation sorgen die insgesamt 13 Luftschlitze, welche alle mit Plastiknetzen abgedeckt sind, damit während der Abfahrt keine unerwünschten Passagiere in die Schlitze eindringen. Zudem verfügt der Pinatubo über ein abnehmbares, aber nicht verstellbares Visier. Im Design hat man keine Wahl: mattes Weiß mit einem etwas pixeligen roten Design ist die einzige Variante von XLC. Zwei verschiedene Größen werden angeboten: 54-58 cm (M) und 58-62 cm (L). Der Preis: Unschlagbare 79,00 Euro.

Der erste Praxistest des Pinatubo ist durchaus positiv. Im Vergleich zu meinem alten Fox Helm wiegt die rot gemusterte Eierschale von XLC 350 Gramm weniger, das macht sich im Nacken positiv bemerkbar. Die Polsterung ist sehr ausgewogen und der Helm lässt sich auch über längere Zeit angenehm tragen. Dabei sorgen die 13 Belüftungskanäle für eine gute Zirkulation und vermeiden effektiv einen Hitzestau. Das Gesichtsfeld ist großzügig geschnitten, das Tragen von Motocrossbrillen kein Problem. Das Design am Hinterkopf des Pinatubo verhindert das Abrutschen des Brillenbandes in den Nacken. Die Aussparrungen im Polster im Bereich der Ohren und die dort platzierten Lüftungsschlitze sorgen ebenfalls für eine gute Akustik. Der gepolsterte Kinnriemen wird mittels Plastikschnalle verschlossen und lässt sich einfach verstellen.

Doch an was erinnert mich der Pinatubo? Irgendwo hab ich den doch schon mal gesehen! Anfang diesen Jahres hatten wir den Uvex Helm "Jet Fighter" getestet. Schaut euch die beiden Helme mal ganz genau im Vergleich an, ohne auf das Farbfinish zu achten. Zwillinge?! Dem präzisen Auge wird nicht entgangen sein, dass der einzige Unterschied zwischen den beiden Helmen die Befestigung des Visiers ist und dass die Lüftungsgitter beim Uvex aus Metall sind ... und natürlich der Preisunterschied von 50 Euro. Wühlt man sich durch die komplette Polsterung des Helmes, entdeckt man einen Aufkleber auf dem steht: "Strategic Sports HK". Googelt man diesen Begriff, so kommt man auf die Website des chinesischen Helmherstellers "Strategic Sports LTD" mit Firmensitz in Hong Kong. Die Firma stellt Helme für so ziemlich alle Sportbereiche her. Nach einigem Suchen in deren Produktkatalog findet man dann auch das Modell DH-406. Na...kennt ihr den?

In Zeiten der globalen Marktwirtschaft ist der Einkauf bei Exportproduktionszentren in vorwiegend asiatischen Ländern eher die Regel als die Ausnahme. So verfahren gut 90 Prozent aller Textilmarken und im Übrigen auch eine Vielzahl von Bikerahmen- und Bikekomponentenherstellern. Ein Produzent stellt Teil X in China her, 20 Kunden aus Europa und den U.S.A. lassen ihr individuelles Design und ihr Label aufbringen und verkaufen es auf dem lokalen Markt. An der Qualität ändert sich für unseren Helm dadurch natürlich nichts, die CE Prüfkriterien müssen in jedem Fall erfüllt werden und sind am Ende ausschlaggebend für einen zuverlässigen Schutz. Ungerecht ist nur die hohe Preisspanne der verschiedenen Marken, die sie für das gleiche Produkt verlangen. Ob ein extravaganteres Design, Metallgitter anstatt der Plastikgitter und zwei Schrauben mehr am Visier den Aufschlag von 50 Euro rechtfertigen muss freilich jeder für sich entscheiden.

Unser Fazit fällt jedenfalls positiv aus: Zu einem fairen Preis erhält man ein tadelloses Stück globale Marktwirtschaft!

Preis: 79,00 Euro
Größen: 54-58 cm, 58-62 cm

Vertrieb: E. Wiener Bike Parts GmbH

Mehr Infos unter www.xlc-parts.com

Markus
(28.09.2010)