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Daytona Trans Open GTX - Der Enduro-Stiefel im Test
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Die Kindheit prägt! Der Verfasser dieser Zeilen verdankt sein Benzin im Blut seinem Vater. Bereits im Kindesalter wurde ich von meinem Vater, einem Motorradfreak, tatkräftig bei der Unterstützung seines und meines Hobbies unterstützt. Mit elf Jahren hatte ich bereits meinen ersten 50 ccm Höllenstuhl - natürlich frisiert. Was auch immer von uns motortechnisch umgesetzt wurde, in einem Punkt ließ mein Vater nicht mit sich reden: Schutzbekleidung. Mein erstes Paar Motorradstiefel stammte von Daytona. Ich habe sie geliebt... Viele Jahre später haben wir jetzt genau von dieser Firma Enduro-Stiefel im Test. Viele renommierte deutsche Firmen haben sich in den Jahren verändert. Die Produktionsstätten vieler deutscher Firmen stehen mittlerweile in Fernost. "Made in Germany" sucht man meistens vergebens. Eine Entwicklung, die wir nicht unbedingt gerne sehen. Anders sieht es bei Daytona aus. Die Gebrüder Frey stellen ihre Motorradstiefel immer noch in Deutschland her! Damals war Daytona der Inbegriff von Qualität, Sicherheit und Langlebigkeit. Nur noch ein Mythos oder nach wie vor Realität?

Bei dem Daytona Trans Open GTX handelt es sich um einen Enduro-Stiefel, nicht um einen MX-Stiefel! Selbst nach dem Einfahren zeigen sich MX-Stiefel immer noch recht steif - eine Eigenschaft, welche sie auch vorweisen müssen. Der Einsatz beim Motocross lässt diesbezüglich keine Kompromisse zu. Zum Endurowandern, für die Tour über staubige Pisten oder die Mehrtagestour greifen wir lieber zu Endurostiefeln. Die Kriterien an den Daytona Trans Open GTX waren schnell genannt: Gute und bequeme Passform, ein hoher Anspruch an die Qualität des Stiefels, Regenbeständigkeit bei gleichzeitiger Atmungsaktivität, Tourentauglichkeit, gute Laufeigenschaften und natürlich ein Maximum an Sicherheit - und seien wir ehrlich: Eine coole Optik! Viele Anforderungen, die von dem knapp 330 Euro teuren Stiefel zu erfüllen waren.



Der Blick auf den Karton zeigt "Made in Germany" - genauso wie der Blick in die Stiefel. Die Verarbeitung des Stiefels und die vielen liebevoll umgesetzten Details lassen einen fast voller Inbrunst sagen: "So etwas kann nur Made in Germany sein". Handwerklich tadellos gefertigt erfreut der Stiefel schon beim Betrachten. Der Stiefel wirkt sehr solide und erinnert ein wenig an den Filmklassiker "Mad Max". Der Metallbeschlag und der gute Schutz des Schienbeins vermitteln direkt das Gefühl, dass es mit dem Stiefel auch ruhig mal dirty werden darf. Wie das Schienbein weist auch der Bereich des Knöchels einen guten Schutz auf. Der Daytona Trans Open GTX ist gut gepolstert, wirkt aber bei weitem nicht so sperrig wie ein MX-Stiefel. Der Lederschaftrand des Stiefels ist spritzwassergeschützt. Der Schaltbereich ist natürlich verstärkt.

Das An- und Ausziehen des Stiefels ist, dank der zwei Reißverschlüsse, ein Kinderspiel. Die Reißverschlüsse sind natürlich mit Leder abgedeckt und mit Klett gesichert - nicht weniger erwarten wir allerdings auch von Daytona. Die Wadenverstellung ist vorbildlich und so lässt sich der Stiefel perfekt anpassen. Der Tragekomfort des Stiefels ist erstklassig - man könnte sagen: Besser geht es nicht! Wie es sich für einen Offroad-Stiefel gehört, bietet der Daytona Trans Open GTX nicht nur dem Knöchel und dem Schienbein durch das schlagfeste Kunststoff einen guten Schutz, sondern stützt auch die Gelenke - ohne dabei den Bewegungsablauf zu behindern. Der Stand auf den Fußrasten ist sicher und die Schaltvorgänge fluppen. Nach dem Abstellen des Bocks erfreut der Stiefel durch seine guten Laufeigenschaften. Egal ob es der Gang von der Garage nach Hause oder der Bummel in der City im Rahmen einer Tour ist.



Für die gute Beweglichkeit sorgen Elastikeinsätze an Spann und Ferse. Wieviel Mühe sich Daytona bei dem Stiefel gegeben hat, sieht man schon am Aufbau der Gummisohle mit einer Stahleinlage, Zelluloseschicht, Kunststoffinnensohle, Brandsohle und Faservlies. Nicht weniger aufwendig ist der Aufbau des kompletten Stiefels. In Deutschland können wir uns glücklich schätzen, dass es Wasser im Überfluss gibt. Nicht nur aus dem Wasserhahn wird ausreichend für das lebenswichtige Nass gesorgt, sondern auch von oben werden wir von Petrus reichlich beschenkt. Wasser bedeutet Leben, aber nasse Füße will dennoch niemand beim Mopedfahren haben! Auch in dieser Kategorie darf man dem Stiefel, dank wasserabweisendem Vollrindleder und GORE-TEX Duratherm-Membrane, die volle Punktzahl geben. Selbst lange Regenfahrten konnten den Stiefel in keinster Weise beeindrucken. Umso beeindruckender ist letztendlich unser Eindruck von dem Daytona Trans Open GTX. Die sehr gute Verarbeitung und die sehr gute Funktion gepaart mit dem guten Schutz und der sehr angenehmen Optik sind ein Zungenschnalzer wert. Viele Firmen haben den Fokus, einen sehr zufriedenen Kunden mit einem Topprodukt zu beglücken, aus den Augen verloren und streben nur noch eine möglichst hohe Gewinnspanne an. Zum Glück hat Daytona sich diesem Trend nicht angeschlossen! Die Gebrüder Frey zeigen, dass Qualität "Made in Germany" nach wie vor absolut top und dennoch bezahlbar ist!

Tipp: Nicht jedermanns Geschmack sind die Metallbeschläge - sei es aus Sorge sich eine Beule in den Bock zu treten, Angst Omis Parkettboden zu verkratzen oder aber einfach nur der Wunsch nach geräuschlosem Laufen. Keine Sorge, auch diejenigen können beim Daytona Trans Open GTX bedenkenlos zugreifen! Die Metallbeschläge kann man entfernen oder besser noch von Daytona entfernen lassen. Die Kosten hierfür betragen zur Zeit 30 Euro.

Schafthöhe: ca. 29 cm
Größen: 38 bis 49
Farbe: Schwarz
Preis: etwa 330 Euro

Hersteller: www.daytona.de

(Waldy / 27.01.2011)