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Bikepark Winterberg - Im Sauerland tut sich was!
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Im Sauerland tut sich was! In Winterberg entsteht gerade Mittel- und Norddeutschlands größter Bikepark. Bisher sind Downhillstrecke, Free Cross Parcours und Übungsparcours fertig gestellt. Es folgen noch ein Evil Eye Parcours, eine 4 Cross und eine Fun Cross Strecke, die bis nächstes Jahr fertig gestellt werden. Der Evil Eye Trail mit seinen North Shore Sektionen ist schon in "Mache" und teilweise befahrbar.

Da wir mal wieder Lust auf "Bergab- und mit dem Lift wieder hochfahren" hatten und ich endlich mal meine neue Marzocchi 888 Gabel richtig ausprobieren wollte, machten wir uns am Sonntagmorgen auf den Weg nach Winterberg, was wir dann auch schon fast bereuten. Während es zuhause relativ warm und freundlich war, zeigte sich das Sauerland von seiner schlechten Seite. Es war kalt und regnerisch, zwar nur leicht, dafür aber fast den ganzen Tag. Da wir aber nicht aus Zucker sind und nicht mal eben 200km für nichts und wieder nichts mit dem Auto fahren, haben wir uns schnell eine Tageskarte für den Lift geholt und unsere Downhillbikes ausgepackt.

Man braucht erst mal etwas Zeit, um einen Überblick über den Park zu bekommen. Der Parkplatz, die Bikestation und der Übungsparcours befinden sich auf halber Höhe. Wenn man zu den Strecken will, fährt oder schiebt man direkt nach ganz oben, oder fährt einfach einen Forstweg bergab, der auch viel Spass macht, vor allem die engen Kurven, auf die man mit gut 60 Sachen zuschießt. Von hier aus kann man dann noch das letzte Drittel vom Downhill oder Free Cross fahren und unten direkt wieder mit dem Lift hochfahren. Momentan wird der Doppelsitzersessellift nur einfach besetzt. Aber bis nächstes Jahr wird nachgebessert, so daß er die doppelte Kapazität schafft. Da es sehr voll war, betrugen die Wartezeiten schon mal 10 – 15 min. Kritikpunkt: Es waren zu wenig Bänder zu sichern der Räder da. Es kam daher schonmal vor, daß man sein Rad die ganze Fahrt nach oben gut festhalten musste, damit es nicht schon mal vorfährt :-/ Bitte mehr Bänder anschaffen!!!

Die Downhillstrecke hat eine außergewöhnliche Streckencharakteristik, auf der 900m langen Abfahrt befinden sich über 20 Sprünge in Form von Kanten mit Landung und zahlreiche Anlieger, das Ganze auf Waldboden, wo mit Sicherheit noch viele lustige Wurzeln rauskommen werden. Doch für einen Downhill sind auf der Strecke schon fast zu viele Sprünge und zu wenig technische Passagen. Vor allem vermisst man Kurven ohne meterhohe Anlieger. Und die Strecke ist sehr kurz, es sollte mal drüber nachgedacht werden, die steilen Passagen, vor allem das letzte Drittel, das von den meisten Leuten sowieso kaputtgebremst werden wird, etwas umzubauen. Durch eine flachere Linienführung, wo man auch ruhig mal etwas treten muss, wäre die Strecke auch schnell mal ein paar hundert Meter länger. Bei Nässe ist die Strecke vor allem im unteren steilen Teil durch den Lehmboden sehr schmierig und rutschig, und wird, wie eben schon gesagt, schnell kaputtgebremst sein.

Der Free Cross Parcours ist vom Charakter ähnlich wie die Strecke in Willingen. Ist mit Didi Schneider auch der gleiche Erbauer. Die Strecke schlängelt sich auf 1300m Länge, serpentinenartig durch meterhohe Anlieger, gespickt mit einigen Tables, den Berg hinab. Die Strecke besteht komplett aus Brechsand und ist somit auch sehr wetterfest. Laut Streckenbeschreibung sind 20 Sprünge und 32 Kurven drin. Mir kam es mehr vor. Die Strecke ist echt spaßig zu fahren, da sie schnell und flüssig ist. Die meisten Kurven muss man nur leicht anbremsen und sich dann fast waagerecht in den Anlieger legen....g-force....antreten und dann kommt meist auch schon wieder ein Table, die teilweise fürs Downhillrad schon ordentlich lang waren. Am Free Cross gibt’s nichts zu nörgeln. Auch die Streckenlänge ist passend, wenn man richtig Gas gibt, muss man ziemlich mit dem Rad arbeiten, so dass man es unten schon in den Armen und Beinen merkt. Die Strecke macht auch bei Regen Spaß, da der Brechsand dann Grip ohne Ende bietet.

Der Übungsparcours hat nur ein minimales Gefälle. Er besteht aus drei verschieden großen Table Lines und einer Anlieger Line. Er soll dazu dienen, sich auf den Rest einzufahren, was für Anfänger bestimmt nicht verkehrt ist. Aber man kann auch hier eine ganze Weile verbringen ohne das Langeweile aufkommt.

Man kann gut mal einen Tag in Winterberg verbringen und Spass haben. Der Sessellift fährt von 9 bis 18Uhr und man ist damit in unter 10 Minuten wieder oben. Die Tageskarte kostet 20 Euro und die Halbtageskarte (9 bis 13Uhr oder 13 bis 18Uhr) 15 Euro, eine 10 Fahrten Karte kostet 16 Euro. Wir sind von ca. 11 bis 17 Uhr gefahren und haben trotz Wartezeiten und Pausen über 15 Abfahrten geschafft. Eine Tageskarte lohnt sich da schon. An der Bikestation kann man sich auch Räder leihen, ein Giant AC kostet z.B. pro Tag 24 Euro, Protektoren und Helme kann man ebenfalls leihen.

Weitere Infos unter www.bikepark-winterberg.de

Daniel
(2003)