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Schwäbische Alb - Ein ungeschliffener Diamant im Schatten des Schwarzwaldes - www.fraktur-magazin.de

Fragt man in Deutschland einen Biker nach "dem" Bikerevier in Deutschland, wird man in den meisten Fällen mit dem Schwarzwald konfrontiert. Keine Frage, der Schwarzwald ist genial. Neben einem nie enden wollenden Wald zum Austoben in den Bereichen Crosscountry und Marathon, gesellen sich noch Bikeparks wie Bad Wildbad und Todtnau. Zweifelsohne ein Eldorado für Mountainbiker. Östlich in unmittelbarer Nähe des Schwarzwaldes gibt es aber noch ein Gebiet, welches es ebenfalls vermag, das Herz eines Bikers höher schlagen zu lassen. Die Schwäbische Alb.

Diese ist nicht, wie viele vielleicht meinen, ein Teil der Alpen, sondern ein schwäbischer Höhenrücken. Die Schwaben sind sehr stolz auf diesen quer durch Baden-Württemberg verlaufenden Landstrich. Wer einmal dort war, wird dies verstehen. Im Gegensatz zum Schwarzwald dominiert hier nicht ein dunkler Nadelwald, sondern eine unglaubliche Farbvielfalt. Der hohe Anteil an Sträuchern und Laubbäumen läßt die Schwäbische Alb gerade im Frühjahr regelrecht aufblühen. Das Landschaftsbild der Alb ist sehr abwechslungsreich. Von seichten verspielten Hügeln mit Wald, Wiesen und Feldern, verträumten Tälern bis hin zu schroffen und bizarren Felswänden. Leider gilt nach wie vor in Baden-Württemberg die Zweimeter-Regel. Wege, die schmaler als zwei Meter sind, dürfen nicht mit dem Bike befahren werden. Im Gespräch mit Mitgliedern des Schwäbischen Albvereins wurde dies nochmal bestätigt.

Da der Massentourismus von Mountainbikern bisher ausblieb, wäre das "Problem" Mountainbiker in der Alb jedoch noch nicht vorherrschend. Ohne Probleme und Komplikationen kann man die zahlreichen, gut ausgeschilderten Rad-Wanderwege und natürlich die immens vielen Forstwege befahren. Gerade die zahlreichen Forstwege laden zu ausgiebigen Crosscountrytouren ein. Aber auch feine Singletrails und Wanderwege sind in der Schwäbischen Alb in Hülle und Fülle zu finden. Diese oft schmalen und äußerst reizvollen Wege dürfen aber meist nicht befahren werden. Die ausgewiesenen Rad-Wanderwege sind dagegen für Mountainbiker nur bedingt reizvoll. Diese für den "Otto-Normal-Tourenfahrer" geeigneten Wege sind aufgrund des fehlenden technischen Anspruchs lediglich zum Kilometerfressen und zum Genießen des Panoramas geeignet. Zudem ist der Anteil an Fußgängern, gerade bei schönem Wetter, sehr hoch. Wir empfehlen daher, die umliegenden Forst- und Feldwege unter die Stollen zu nehmen.

Etappenziele sind leicht zu finden in der Alb. Neben unzähligen Burgen und Burgruinen, die oft frei zugänglich sind, finden sich in der Schwäbischen Alb unzählige Höhlen und Wasserfälle. Viele der Sehenswürdigkeiten befinden sich in unmittelbarer Nähe zueinander und lassen sich hervorragend zu einer Tour zusammenfassen. Öffentliche Grillplätze laden zum Vespern ein, und wer in eine Gaststätte einkehrt, wird von der Schwäbische Küche verwöhnt.

Fazit:
Das Potential für Mountainbiker in der Schwäbischen Alb ist geradezu unerschöpflich. Die Schwäbische Alb ist ein Diamant, dem es in Bezug auf das Mountainbiken allerdings noch etwas an Feinschliff fehlt. Traumhaft wären angelegte ATB-Routen nach dem Vorbild der Niederländer oder zumindest eine teilweise Lockerung der Zweimeter-Regel.

Waldy
(07.04.2005)