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Boxteler Bahn Radweg - Auf den Spuren der Geschichte
Tourenbeschreibung - www.fraktur-magazin.de

Immer öfter werden stillgelegte Bahntrassen in Rad- und Wanderwege umgewandelt. Die zumeist sehr gut angelegten Radwege erlauben, oftmals im Grünen, ein entspanntes Radfahren abseits der öffentlichen Straßen und des damit verbundenen Autoverkehrs. Mit dem Boxteler Bahn Radweg folgen wir den Spuren einer einst sehr wichtigen Bahnlinie. Die grenzüberschreitende Tour führt auf über 160 Kilometer von Wesel nach Boxtel.



Das Radtourenbuch "Fahrrad und E-Bike Genusstouren - Unterwegs auf dem Boxteler Bahn Radweg" von Andreas Waldera widmet sich diesem tollen und abwechslungsreichen Radweg. Einen Ausschnitt aus diesem Buch und somit eine Etappe des Boxteler Bahn Radweges wollen wir euch hier vorstellen. Die hier aufgezeigte Etappe führt von Goch nach Gennep und ist bereits grenzüberschreitend. Bei Hommersum werden wir das kleine Flüsschen Kendel überqueren und uns somit in den Niederlanden befinden. Vorher werden wir, von Autos verschont, über die weiten Felder radeln und in Hassum die alte Molkerei passieren. Doch bevor es soweit ist, müssen wir unseren Startpunkt in Goch am Steintor aufsuchen. Jetzt können wir starten!

Wir passieren in Goch das Steintor und überqueren die Niers. Der Beschilderung des Radweges folgend biegen wir in die Wiesenstraße Richtung Pfalzdorf ab. (Bei Kilometer 0,2)

Wir folgen der Wiesenstraße bis zum Nordring, auf den wir nach links abbiegen. Achtung! Auf der Wiesenstraße ist die Beschilderung an einer Stelle etwas irreführend - erst mit dem Erreichen des Nordrings wird die Wiesenstraße verlassen. (Bei Kilometer 1,1)

Wir überqueren die Niers und verlassen an der Ampel den Nordring mit der nach rechts abzweigenden Hervorster Straße (bei Kilometer 1,5). Etwa 800 Meter begleiten wir die Hervorster Straße am Rande des Gewerbegebietes, dann biegen wir nach links in die Borsigstraße ab. Achtung! Schlechte Kennzeichnung des Weges! (Bei Kilometer 2,3)

Wir folgen der Borsigstraße durch das Gewerbegebiet und überqueren nachfolgend die Landstraße L77, damit wir unsere Fahrt auf der Hommersumer Straße fortsetzen können. (Bei Kilometer 3,1)

Durch eine Siedlung radelnd überqueren wir nachfolgend die Bundesstraße B9. Es wird wieder sehr ländlich. Über Felder und an wenigen Häusern vorbei führt uns die Hommersumer Straße zur Triftstraße (K8). Wir fahren geradeaus weiter und begleiten das kurze Gastspiel der Triftstraße, die dann nach links von der Hommersumer Straße weg führt. Wir orientieren uns allerdings geradeaus und folgen somit weiterhin der Hommersumer Straße. (Bei Kilometer 5,1)

Uns erwartet ein herrlicher Weg über weite Felder. Erst mit dem Erreichen des Berkenweg, auf den wir nach links abbiegen, verlassen wir die Hommersumer Straße wieder. (Bei Kilometer 7,2)

Etwa 900 Meter befahren wir jetzt den Berkenweg, dann biegen wir nach rechts auf den Rittweg ab. Wir erblicken die schöne alte Windmühle und gelangen mit dem Rittweg zur Bahnstraße, der wir nach rechts folgen. (Bei Kilometer 8,6)

Wir passieren die alte Hassumer Molkerei und überqueren die ehemalige Bahntrasse, an der auch der Sportplatz angrenzt. Die Bahnstraße führt uns zur Maasstraße (K28), auf die wir nach links in Richtung Kessel abbiegen. (Bei Kilometer 9,4)

Etwa 600 Meter folgen wir der Kommunalstraße K28 auf dem angrenzenden Fahrradweg. Wir erreichen den Klockscherweg, auf den wir nach rechts abbiegen und eine Baggerei passieren. Uns erwartet eine schmale und nahezu autofreie Straße, die uns über die Felder führt. Wir treffen auf die Viller Straße, auf der wir unseren Weg links abbiegend fortsetzen. (Bei Kilometer 11,2)

Alte Zeiten kann man mit dem Besuch beim wahnsinnigen Puppenspieler in der Viller Mühle erleben. Die stillgelegte Öl- und Getreidemühle steht unweit der Niers und befindet sich im Besitz des Puppenspielers Heinz Bömler. Zu bestaunen gibt es alte Läden, Requisiten und Dekorationen. Viele Kinofilme bedienten sich schon diverser Ausstellungsstücke. Daneben finden in der Viller Mühle Veranstaltungen und Aktionen statt. Wer diesem skurrilen, aber lohnenswerten Ort einen Besuch abstatten möchte, muss vom Klockschenweg nach rechts in die Straße Viller abbiegen.

Wir treffen nun auch wieder auf den Niers-Radwanderweg, der uns jetzt eine Weile begleiten wird. Geradeaus radelnd erreichen wir Hommersum und erblicken, direkt an dem kleinen Fluss Kendel stehend, die Infotafel der Boxteler Bahn. Die Infotafel klärt uns auf. Wir haben jetzt etwa die Hälfte der Bahnlinie Boxteler Bahn erreicht: Wesel 49 km, Boxtel 52 km. Diese Kilometer beziehen sich auf die Bahnlinie. Wir müssen mit unserem Rädchen noch ein paar Kilometer mehr zurücklegen. Nun verlassen wir Deutschland. Wir überqueren die Kendel und befinden uns somit in den Niederlanden - so einfach kann Grenzverkehr sein! (Bei Kilometer 12,2)

Mit dem Veedijk treffen wir auf die Eversestraat. Wir bleiben weiterhin weitgehendst vom Autoverkehr verschont - nur sehr wenige Autos verkehren hier! Wir biegen nach rechts auf die Eversestraat ab und treffen nach etwa 600 Metern auf die ehemalige Bahntrasse, welche von der Eversestraat durchschnitten wird. Die Bahntrasse weist einen Fuß- und Wanderweg auf, der als Heuvelenweg/Schaapsweg ausgeschildert ist. Der Boxteler Bahn Radweg führt nach links auf die ehemalige Bahntrasse und wir folgen dem schönen Weg nur zu gerne. Wir verabschieden uns hiermit endgültig vom Niers-Radwanderweg - ein Wiedersehen wird es im Rahmen dieser Tour nicht geben. (Bei Kilometer 13,0)

Die Bahntrasse bietet uns einen gut rollenden, leicht mit Schotter versetzten Weg. Die Boxteler Bahn, deren Spuren wir jetzt direkt folgen, führt uns durch die Looierheide, ein Teil der Maasdünen. Unsere Fahrt auf der Bahntrasse lässt uns auch die Straße Siebengewaldseweg überqueren. (Bei Kilometer 14,4)

Die Maasdünen (Maasduinen) erstrecken sich auf der rechten Seite der Maas westlich von Walbeck bis südlich von Gennep. Angrenzende Orte sind unter anderem Wellerlooi, Bergen, Nieuw-Bergen und Afferden. Das Wald- und Heidegebiet des Nationalparks weist einen sandigen Untergrund auf. Ein sehr beliebtes Ausflugsziel im Nationalpark De Maasduinen ist der schöne See Reindersmeer, welcher durch Sand- und Kiesabgrabung entstanden ist.

Nachfolgend überqueren wir auch den Looiseweg, wo wir uns, der Kennzeichnung des Boxteler Bahn Radweges entsprechend, weiterhin geradeaus halten. (Bei Kilometer 15,6)

Der Straße Kollermolen folgend radeln wir anschließend, am Rand der Gemeinde Gennep, durch eine Neubausiedlung. Wir halten uns weiterhin geradeaus und gelangen kurz auf die Straße Perron, dann auf die Straße Ketelhuis. Wir passieren das große Gebäude Ketelhuis und biegen nach rechts auf den "Willem Boyeweg" ab. Wir müssen ein wenig achtsam sein, da wir direkt wieder nach links abbiegen und uns dann rechts halten. Durch diesen Schlenker bleiben wir auf dem "Willem Boyeweg" und radeln, mit Blick nach rechts, an einem Skatepark vorbei. Nach wenigen Metern erreichen wir die ehemalige Bahnstation Gennep, wo zum Andenken an den einst wichtigen Bahnhof die Dampflokomotive 94 1640 für ein optisches Highlight sorgt. (Bei Kilometer 16,8)



Die Dampflokomotive 94 1640 wurde 1923 von der Firma L. Schwartzkopff in Berlin gebaut. Die Lok erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h. Nicht die einzige Sehenswürdigkeit in Gennep! Die Stadt Gennep bietet einen schönen historischen Ortskern mit dem alten Rathaus aus dem 17. Jahrhundert. Die vielen schmucken Straßencafés laden zum gemütlichen Verweilen ein. Etwas außerhalb der Stadt befindet sich, an der Mündung der Niers in die Maas, die Ruine der Festung Genneperhuis. Durch die strategisch gute Lage Genneps kann die Stadt auf eine sehr bewegte Vergangenheit zurück blicken. Seit dem Jahr 1839 gehört Gennep aber endgültig zu den Niederlanden.

Mit unserer Station in Gennep ändert sich für uns grundlegend die Kennzeichnung des Weges der Boxteler Bahn. Die kleinen Wegschilder, die uns bis jetzt den Weg gewiesen haben, werden wir jetzt nicht mehr erblicken. Zur Orientierung dient uns jetzt das Knotenpunktsystem, den sogenannten Knooppunten. Die Knotenpunkte sind in dem Radwegenetz, welches umfangreich und dicht verflochten ist, eindeutig gekennzeichnet. Die Nummerierung der Knotenpunkte ist im jeweiligen Routennetzwerk einmalig, womit die Kennzeichnung immer eindeutig ist. An jedem Knotenpunkt befindet sich immer eine Infotafel, welche dem Reisenden das Knotenpunktsystem genau aufzeigt. Der Radfahrer muss also nur schauen, welcher Knotenpunkt als nächstes auf seinem Weg liegt. Die Wegweisung zeigt immer in die Richtung des jeweiligen Knotenpunktes. Stehen wir beispielsweise am Knotenpunkt 71 und wollen als nächstes den Knotenpunkt 72 erreichen, folgen wir einfach der Wegweisung zum Knotenpunkt 72, also der Zahl 72. Die Beschilderung (grüne Kennzeichnung auf weißem Hintergrund) ist meistens sehr gut und gibt nur selten Anlass zur Kritik. Entstanden ist dieses geniale System, welches langsam auch in Deutschland Einzug hält, in Belgien.



Copyright (c) Bilder und Text: Andreas Waldera

Diese Etappe des Boxteler Bahnradweges entstammt folgendem Buch:
Fahrrad und E-Bike Genusstouren - Unterwegs auf dem Boxteler Bahn Radweg
Autor: Andreas Waldera
Herstellung und Verlag: Books on Demand GmbH, Norderstedt
ISBN: 978-3-8482-0580-6
Paperback, 84 Seiten
Preis: 8,90 Euro


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(wa / 21.01.2013)