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Wieso nicht mal... Ice climbing - Cooler geht's nicht!
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Das Klettern im Allgemeinen ist ja schon eine nette Sportart. Wer denkt, dies sei nur ein wenig Gekraxel in der Natur....weit gefehlt! Man trainiert Muskeln im Körper, die man vorher nicht kannte, der Gleichgewichtssinn wird auf die Probe gestellt, und man merkt, daß dieser Sport doch ganz schön an der Kondition nagt. Klettern kann man nahezu überall wo es Felsen gibt oder in einer der zahlreichen Kletterhallen, die es mittlerweile in jeder grösseren Stadt gibt. Die besagten Kletterhallen stellen eine hervorragende Alternative als Ausgleichssport zum Biken für die kalte Jahreszeit dar, Material kann man überall leihen, womit sich auch der Kostenfaktor in Grenzen hält. Das Klettern im Allgemeinen ist ja schon eine nette Sportart. Wer denkt, dies sei nur ein wenig Gekraxel in der Natur....weit gefehlt! Man trainiert Muskeln im Körper, die man vorher nicht kannte, der Gleichgewichtssinn wird auf die Probe gestellt, und man merkt, daß dieser Sport doch ganz schön an der Kondition nagt. Klettern kann man nahezu überall wo es Felsen gibt oder in einer der zahlreichen Kletterhallen, die es mittlerweile in jeder grösseren Stadt gibt. Die besagten Kletterhallen stellen eine hervorragende Alternative als Ausgleichssport zum Biken für die kalte Jahreszeit dar, Material kann man überall leihen, womit sich auch der Kostenfaktor in Grenzen hält.

Doch wir wollen hier nicht nur über einfaches Klettern berichten. Die Fraktur würde nicht Fraktur heissen, wenn wir uns nicht eine der spektakulärsten Spielarten des Kletterns ausgesucht hätten: Eisklettern. Eine weitere Alternative wäre die Besteigung des Mount Everest mit anschließender Downhillabfahrt gewesen, diese musste aus Kostengründen aber leider gestrichen werden :) Wie alle Extremsportarten, sollte man auch das Eisklettern nicht unprofessionell und übereilig angehen, deshalb weisen wir ausdrücklich darauf hin, daß man sich für die ersten (Eis-) Klettererfahrungen unbedingt Leuten mit entsprechender Erfahrung anvertrauen sollte (Kletterlehrer, Hallenaufsicht, Bergführer, etc.). Da wir auf dem Gebiet des Eiskletterns auch absolute Neulinge sind, haben wir uns kurzerhand einen Bergführer gemietet. Und wo kann man schöner gefrorene Wasserfälle hoch klettern, als dort, wo sowieso das ganze Jahr über Eis ist?!

Also auf zum Stubaier Gletscher nach Österreich. Die knapp 850 Km Fahrt von Krefeld aus verliefen aufgrund des Unwetters ziemlich mäßig. Der Scheibenwischer lief von Krefeld bis nach Österreich ohne Unterbrechung. Zu dem nervten unfreiwillige Spurwechsel aufgrund des starken Windes auf der Autobahn. Aber mit dem Ziel der Berge Österreichs vor Augen überstanden wir auch die 9 Stunden Autofahrt. Auch wenn es ein komisches Gefühl ist, ohne Bikes im Kofferraum in die Berge zu fahren (besonders am Nordpark Singletrail in Innsbruck vorbei), so ist es nicht minder lohnend wie wir anschließend feststellen mussten! Nach einer ruhigen Nacht in unserer Pension am Zielort Neustift im Stubaital, trafen wir am nächsten Morgen unseren Bergführer Hannes. Auf dem Weg zum Stubaier Gletscher gab Hannes uns beiden eine kurze Lektion in Sachen Eis. Da Eis nicht gleich Eis ist und ihr dem Eis euer Leben anvertraut, sollte man vorher gut das Wetter beobachten, um zu wissen, ob man Klettern kann oder nicht. Mit dieser frohen Botschaft in den Ohren packten wir am Parkplatz des Gletschers unsere Ausrüstung. Sämtliche Peripherie für das Eisklettern ist im Preis inklusive. So brauchten wir nur unsere Gurte, Sicherungsgeräte, Karabiner und Expressschlingen von Zuhause mitbringen. Nachdem alles gerecht auf 3 Rucksäcke verteilt war, machten wir uns auf zur Mittelstation. Dort steht eine Trainingswand extra zum Eisklettern. An dieser Trainingswand lernten wir unsere ersten Schritte mit Steigeisen unter den Schuhen und verschiedene Techniken zur Benutzung des Eispickels. Nach dieser Einweisung ging es direkt senkrecht ins Eis um das frisch erlernte in die Praxis umzusetzen.

Zunächst ist es ein komisches Gefühl den Pickel nur ca. 1 cm ins Eis zu kloppen und dann darauf zu vertrauen, daß das Eis nicht hinausbricht. Ebenso verhält es sich mit den Steigeisen. Doch man glaubt gar nicht, wie hart Eis tatsächlich ist. Spätestens wenn man aber mal abschmiert und mit der Kniescheibe gegen das Eis kracht, hat man es endgültig begriffen. Schnell wurde auch klar, daß sich das Sichern des Kletterpartners am Boden als die übelste Aufgabe darstellt. Nicht nur das nach kürzester Zeit sämtlich Extremitäten erstarren, auch ist das Sichern und Greifen des Seiles mit den dicken Handschuhen gar nicht so einfach. Nachdem jeder von uns dreimal oben war, haben wir die Übungswand verlassen und steuerten unser eigentliches Ziel an: den Wasserfall. In der Region findet man Wasserfälle en masse, manche bis zu 40 Meter hoch. Unser Exemplar hatte 15 Meter und war nur durch eine Wanderung im hüfthohen Schnee zu erreichen. Nach dieser Wanderung standen wir vor unserem Ziel. Überwältigt von dem Gebilde aus Eis und Schnee stieg das Verlangen dort hoch zu klettern ins Unermessliche. Hannes machte den Vorkoster und stieg voran, um die Sicherungspunkte für das Seil zu suchen. In 8 Metern Höhe fand er den Ersten. Respekt. Anschließend waren Simon und ich am Zug. Schnell wurde klar, daß das Eisklettern eine fantastische Sportart ist, umgeben von nichts anderem als Fels, Eis und Schnee, weit weg von den überfüllten Skipisten. Ganz alleine mit Freunden im gefrorenen Wasserfall.

Als Simon an der Reihe war, erlebte er das letzte Highlight des Tages. Er schlug den Eispickel in die Wand, daraufhin gab das Eis ein tiefes "Knack" von sich. Hannes sagte ruhig: "Joa wos warr dos jetz amei ?! Moch dia kainä soagen, host ja nen Helm 'nauf". Sehr beruhigend. Trotzdem verlief alles glatt. Oben angekommen war erst mal shake hands angesagt. Die Zeit verging so schnell, daß wir rechtzeitig zum Einbruch der Dämmerung unseren Rückweg zum Auto angetreten haben. Ganz sicher waren wir nicht zum letzten Mal Eisklettern. An dieser Stelle noch mal ein riesen Dankeschön an Hannes! Für alle Interessierten: Um Eisklettern zu gehen, sollte man Klettererfahrung mitbringen, da es gewisse Kletter- und Sicherungstechniken voraussetzt. Eisklettern bezieht sich nicht nur auf das Klettern im Eis, es sind auch Klettertouren mit Fels und Eis kombinierbar (Mixed). Eisklettern ist zu der üblichen Wintersportzeit an vielen Orten möglich. Aufgrund unserer Erfahrungen können wir das Stubai Tal sehr empfehlen. Ein Bergführer kostet für einen Tag 110,- p.P. (inklusive Material), doch für diese Erfahrungen loht es sich 100 Prozent.

Wer Interesse bekommen hat, bekommt bei www.iceagestubai.at mehr Informationen.

Markus
(09.02.2005)