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FRAKTUR-Team - Reloaded 2005
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Es ist Weihnachten. Die Zeit der Besinnung, Beschaulichkeit und Liebe. Und natürlich die Zeit der Weihnachsfeiern. Daher wachte ich samstags morgens mit einem mächtigen Brummschädel auf. Lang ist es her, daß ich am Vorabend so abgestürtzt bin. Nach diversen Aufputschversuchen ging es mir dann wieder besser und das super Wetter lud förmlich zum Biken ein. Also griff ich zum Telefon, um meinen Kollegen Daniel anzurufen und zu fragen, ob er Zeit hätte, eine Runde fahren zu gehen. Der hatte sich schon mit den anderen Jungs, dem Waldy und dem Nils, am Vorabend verabredet. Es sollte nach Solingen zu einer entspannten CC-Tour gehen.

Nach kurzer Absprache habe ich schnell meine Sachen gepackt und startete zu unserem alten Treffpunkt, um mich mit Waldy zu treffen, mit dem ich früher, am Anfang meiner Downhillkarriere, die deutschen DH-Rennen abklapperte. Am Treffpunkt klingelte mein Handy. Es war Dolli, ebenfalls ein Downhiller, mit dem ich die letzten Jahre die deutschen Rennen und auch einige internationale Rennen unsicher machte. Den hatte ich in der Aufregung und Hektik total vergessen :-/ Also sammelten wir ihn dann auch noch unterwegs ein. Das alte FRAKTUR-Team war nun zur Hälfte komplett. Mit einer Stunde Verspätung, für uns ein guter Wert, trafen wir in Solingen dann endlich die beiden anderen unserer alten Dowhillkombo.

Jetzt konnte es los gehen. Waldy machte den Tourguide. Nach wenigen Metern kam schon die erste Schlüsselstelle! Eine sehr hohe Bordsteinkante! Wir überlegten uns, ob man nicht besser die Downhillräder hätte mitnehmen sollen ;-) Die Kante stellte sich als ein lösbares Problem dar, selbst mit den CC-Rädern. So konnten wir ohne Verletzungen und Stürze weiterfahren. Unser Weg führte uns vorbei an idyllisch Einfamilienhäuser, Hobbygärten und Wiesen in Richtung Wald zum ersten Singletrail. Zum Leidwesen der Untrainierten ging dieser direkt steil bergauf. Wir versuchten uns an dem Berg, gaben dann aber auf und ließen den Waldy alleine den Berg hochrasen. Oben angekommen ging es nach wenigen Metern schon wieder bergab. Jetzt waren auch wir wieder in unserem Element. Dachten wir! Auf dem rutschigen und mit Raureif bedeckten Laub trailten wir durch die Serpentinen. Man hätte glauben können, wir hätten noch nie auf einen MTB gesessen. Dabei sind wir doch alle alte Downhillhasen...

Doch der Job forderte seine Opfer! Anscheinend bringt es auch nicht so viel, wenn man mit dem Bike zur Arbeit fährt und wir überlegten, einen Basic-Fahrtechnikkurs bei Manfred "Mani" Stromberg zu buchen ;-) Der untere Teil des Trails wurde wieder flüssiger und man konnte die Bremse öffnen und es laufen lassen. "Peng Zisch Rumpel Rumpel". Der erste Platten. Pause war angesagt, als Waldy seinen Schlauch flickte. Unterdessen erzählten wir über längst vergangene Tage. Da wir jetzt im Tal waren, mußten wir wieder bergauf. Einer fuhr, der Rest schob. Wieder kam der Gedanke mit dem DH-Boliden. Damit kann man zwar auch nicht hoch fahren, aber für die Abfahrten hätte man bessere Reifen mit mehr Grip und Durchschlagschutz gehabt. Mit diesem Gedanken quälten wir uns den Berg hoch, teils schiebend, teils fahrend. Langsam wurde uns, trotz Eiseskälte, warm und so langsam kehrte auch unsere Fahrtechnik zurück. Die nächste Abfahrt rockte richtig gut, trotz CC-Bikes. "Peng Zisch Rumpel Rumpel". Das Hinterrad vom Waldy war schon wieder platt :-(

Jetzt sponsorte jemand einen Schlauch, damit es zügig weiter gehen konnte. Der nächste Anstieg war zum Glück nicht so steil wie der letzte und so radelten wir durch sonnendurchflutete Laubwälder, vorbei an vom Raureif bedeckten weißen Wiesen, Weiden, Bauernhöfe und brachliegenden Feldern. So fuhren wir bergauf und bergab. Bis wir wieder ein, uns mittlerweile sehr bekanntes, Geräusch hörten. "Peng Zisch Rumpel Rumpel". Diesmal war Daniel der Pechvogel. Er hatte in seinem Tubelessreifen ein dickes Loch. Wir nutzten die Reparaturpause, um ein paar Fahrfotos zu schießen, auszukühlen und auf der Karte nachzusehen, wo wir uns befanden. Es stellte sich heraus, daß wir uns schon auf dem Rückweg befanden. Da uns mittlerweile allen kalt war, entschlossen wir uns, den kürzsten und schnellsten Weg zu den Autos zu wählen. Der Rückweg gestaltete sich problemlos und ohne Zwischenfälle. So kamen wir gesund und munter bei den Autos an. Wir verluden schnell unsere CC-Boliden, denn es war mittlerweile kalt und spät geworden. Die Sonne verabschiedete sich mit einem prächtig gefärbten Himmel vom Tag. Wir verabschiedeten uns auch voneinander und beschlossen, in Zukunft wieder öfters zusammen zu fahren.
So ist an diesem Tag aus dem FRAKTUR-Downhillracingteam das FRAKTUR-CC-Team geworden ;-)

Schmali
(13.12.2005)