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Langzeittest Specialized P3
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Nach zwei Jahren Einsatz meines P3 ist es Zeit für ein Resümee. Grund für die damalige Anschaffung des P3 war neben der sehr markanten Optik der sehr interessante Anschaffungspreis für das Komplettbike. Weit unter 3000 DM waren für ein Dual-Dirtjumpbike kaum noch zu toppen. Aber was bekommt man für eine Qualität für dieses Geld? Zwei Jahre Einsatz zeigen Schwächen und Stärken dieses Bikes.

Noch vor dem ersten Einsatz meines P3 habe ich damals den für ein Dualrad viel zu langen Vorbau durch einen kurzen Vorbau von 3T ersetzt. Auch die Avid-Bremsen erlebten ihren Einsatz nicht am P3. Ich montierte direkt eine Magura HS33 Tomac in schickem rot, was bei dem schwarz-roten Bike einfach verstärkt aussieht. Der Originalsattel wurde durch einen Kashimax Sattel ausgetauscht. Und so ging es direkt los zum ersten abchecken des Bikes. Was mir sofort negativ auffiel war das nervöse Handling und das starke Driften über das Vorderrad. An das nervöse Handling kann man sich gewöhnen, aber die starken Drifts über das Vorderrad störten doch sehr. Ich tauschte die Originalbereifung gegen den Maxxis Highroller aus. Vorne in der Breite 2.5 in einer 50er Mischung, hinten die Breite 2.3 in einer 60er Mischung. Hört sich komisch an funktioniert in der Praxis aber genial. Alter BMX Trick. Das Handling bleibt aufgrund des steilen Lenkwinkels natürlich nervös, aber das P3 driftet jetzt über beide Räder gleichzeitig und bleibt dabei superbeherrschbar. So macht das shreddern wieder voll Laune. Nach wenigen Wochen musste die Truvativ Kettenführung herhalten. Das sehr instabile Trägermaterial für die Rollen verbog und die Rollen selber kündigten schon von weitem durch lautes quitschen mein Antreffen an den Spot an. So wurde Chaincat und Chainanimal von Roox montiert, die bis jetzt hervorragend und Beanstandungslos ihren Dienst verrichten. Bei diesem Austausch konnte ich auch direkt die damals verbauten Truvativkurbeln austauschen da sich die eine Kurbel arg verbogen hatte. Die Reklamation und der Umtausch der Kurbeln funktionierte durch meinen Händler reibungslos. Ich montierte aber direkt XT-Kurbeln von Shimano.

Das war es dann aber auch an Material. Mehr nicht. Auch nicht nach zwei Jahren bis auf die obligatorischen Verschleissteile wie Innenlager, Ketten, Bremsbeläge und dergleichen. Das Bike funktioniert genial. Das geile Handling in der Luft verzeiht das hohe Gewicht des Bike. Die Alex-Felgen bestechen nicht nur durch ihre phatte Optik, sie halten auch. Die HS33 von Magura wurde montiert und seitdem noch nicht gewartet. Die Marzocchi Z3.5 verrichtet unauffällig ihre Arbeit. So wie es sich für eine gute Federgabel gehört. Kein siffen, kein sicken...sehr lobenswert nach dieser langen Zeit. Die Plattformpedalen von Specialized erfreuen nicht nur durch guten Halt auf den Pedalen sondern auch durch Langlebigkeit. Und das Herzstück des Bikes? Der Rahmen? Das P3 ist nicht umsonst Centerfold. Die extravagante Optik und der interne Aufbau des Rahmens lassen keine Wünsche aufkommen. Das Teil scheint mir unkaputtbar. Das Bike favorisiert ganz klar den Dirt, lässt sich aber mit der oben beschriebenen Reifenwahl auch sehr gut im Dual bewegen. Die Tourenfreundlichkeit die andere namhafte Zeitschriften dem P3 geben kann ich nur bedingt bestätigen. Auch mit herausgezogener Sattelstange ist es nicht wirklich mit einem dafür ausgelegten CC-Rad zu vergleichen. Es ist dafür zu schwer und man sitzt zu weit über dem Rad. Aber wie gesagt...das dürfte auch nicht die Zielgruppe dieses Bikes sein.

Mittlerweile hat Specialized das P3 stark modifiziert. Der Lenkwinkel wurde auf 69,5 Grad abgeflacht was dem nervösen Handling deutlich entgegentreten dürfte. Es gibt auch zwei Komplettmodelle. Das Basismodell und das Modell mit der Hayes Scheibenbremse. Es wird auch nicht mehr die Marzocchi Z3.5 sondern die Marzocchi Z5 verbaut und als Kurbeln dienen jetzt Truvativ Hussefelt ISIS Cranks. Die Kettenführung fiel einem Deore Umwerfer und Kettenblätter (32/22) zum Opfer. Der Rahmen ist aber auch einzeln erhältlich.

Ich würde mir jederzeit sofort wieder das P3 zulegen.

Mehr Informationen unter www.specialized.com

Waldy
(2002)