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Drahtlose Bikecomputer in der Einstiegsklasse im Test
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Wer kennt es nicht?! Da schmückt eine sündhaft teure Federgabel das Bike und spätestens nach der Montage des Bikecomputers wird die Optik durch das an der Gabel verlegte Kabel des Tachos zerstört. Aber nicht nur die Optik nimmt oft Schaden, sondern auch das besagte Kabel, wenn sich dieses beim Einfedern an den Stollen verhakt und dann elegant aus dem Computer gerissen wird. Guter Rat ist teuer, drahtlose Bikecomputer aber auch...so denken zumindest viele Biker. Es geht aber auch anders! Wir haben für euch drei verschiedene Bikecomputer in der Einstiegsklasse um die 30 Euro getestet. Grob gesagt umfasst der Lieferumfang eines drahtlosen Bikecomputers einen Sender, einen Magneten und den Computer samt Halterung. Im Test befanden sich der Ciclosport CM 409 drahtlos, der Sigma BC 1106 DTS und der VDO C1DS. Eines können wir schon vorweg sagen, die Computer störten sich nicht gegenseitig, auch nicht im Parallelbetrieb. Doch gibt es unter den Testmodellen einige Unterschiede, welche nicht nur die Ausstattung und die Funktionen betreffen, sondern vor allem die Montage und das Setup des Bikecomputers. Wir zeigen euch die Schwächen und die Stärken der einzelnen Probanden und für wen welcher Bikecomputer am geeignetesten sein dürfte. Und los geht es in die Welt des Funkwirrwarrs :-)


Ciclosport CM 409 drahtlos

Mit dem Ciclomaster CM 409 bietet Ciclosport für etwa 35 Euro einen optisch ansprechenden drahtlosen Funkcomputer ohne überflüssigen Schnickschnack an. Der CM 409 beschränkt sich auf die wichtigsten Funktionen wie Momentan- und Durchschnittsgeschwindigkeit, Tages- und Gesamtkilometer, Uhrzeit und Tagesfahrzeit sowie Maximalgeschwindigkeit und bietet zusätzlich die Einstellung eines Service-Intervalls. Neben dem Bikecomputer, dem Sender, den Batterien und dem Magneten befinden sich noch Schrauben und Muttern in der ziemlich schlicht wirkenden Verpackung des CM 409...wo die nur hingehören?! Auch wenn man angesichts der vielen Kleinteile des CM 409 am Anfang etwas stutzig wird, kann der CM 409 bei der Montage schnell begeistern. Die Bediensanleitung in Form eines großen Faltblattes ist optisch sicherlich nicht besonders ansprechend, beinhaltet aber alle wichtigen Schritte zur Montage, Inbetriebnahme und Handhabung des Computers. Die Anleitung ist leicht verständlich, sechssprachig und bietet zudem eine kurze Störungsbeseitigung. Die Batterien gehören zum Lieferumfang und sind schnell und unkompliziert in den Computer als auch Sender eingesetzt. Dank der guten Beschreibung geht die Programmierung des Bikecomputers sehr gut von der Hand. Die Programmierung des Ciclomaster geschieht lediglich mit zwei Tasten, die leider nicht ganz so edel wirken wie die der Konkurrenzprodukte. Das Scharfstellen des Senders (Pairing/Connection) entfällt beim Ciclomater komplett! Der Ciclomaster bedarf keiner weiteren Einstellungen mehr! Ein Punkt, der natürlich von der Bedienerfreundlichkeit voll überzeugen kann, wobei wir aber nicht wissen, ob nicht Störungen bei Parallelbetrieb mit baugleichen Computern entstehen können. Der Tacho wird mit den mitgelieferten Gummis am Lenker befestigt. Eine Sache von Sekunden. Bei der Montage des Senders sieht die Sache schon etwas anders aus. Durch die Kleinteile fühlt man sich schlagartig in die erfolgreiche TV-Sendung Tooltime mit dem Heimwerkerkönig Tim Taylor versetzt. Letztendlich bleibt aber festzustellen, dass diese Konstruktion in der Praxis einwandfrei funktioniert und bombenfest sitzt. Der Magnet wird mit einer Schraube an einer Speiche befestigt und entspricht somit dem Standard. Ohne Schnick und Schnack erweist sich die Bedienung des CM 409 als sehr einfach und effektiv. Die Bedienung des Computers erfolgt beliebig mit der linken oder rechten Taste. Im Fahrbetrieb wird bei jeder gewählten Funktion zusätzlich die Momentangeschwindigkeit angezeigt. Davon profitiert natürlich die Ablesbarkeit durch die großen Ziffern. Der Start und der Stopp des Bikecomputers im Fahrbetrieb geschieht automatisch und bedarf keines weiteren Handgriffs. Beim längeren Drücken beider Tasten werden alle für die Tagestour relevanten Werte unkompliziert genullt.

Fazit:
Durch die einfache Bedienung, die gute Ablesbarkeit mit den großen Ziffern und dem sehr reibungslosen Dienst während des Fahrtests kann der Ciclomaster 409 voll überzeugen. Besonders Biker, die eine gute Ablesbarkeit bevorzugen und sich nicht mit unnötigen Einstellmöglichkeiten und Setups beschäftigen wollen, ist der Ciclosport CM 409 eine sehr gute Wahl.

Preis: etwa 35 Euro
Mehr Infos unter www.ciclosport.de


Sigma BC 1106 DTS

Als einziger Bikecomputer im Test wird dem Sigma BC 1106 DTS bereits ab Werk Leben eingehaucht und begrüßt den Betrachter bereits aus der Verpackung heraus mit der aktuellen Uhrzeit. Das Einsetzen der Batterien durch den Benutzer entfällt somit. In der eher schlichten Verpackung findet sich alles, was ein moderner Funkcomputer zum Leben braucht: Sender, Magnet, Haltegummis, Bedienungsanleitung und den Bikecomputer selbst. Sogar ein Inbusschlüssel zur Montage des Magneten an der Speiche liegt dem Computer bei. Die Bedienungsanleitung des Sigma BC 1106 DTS ist ebenfalls sechssprachig und begeistert durch die vielen Zeichnungen. Die Programmierung des Sigma ist sehr einfach nachvollziehbar erklärt und geht mit den drei Tasten schnell von der Hand. Der BC 1106 DTS lässt sich zudem auf verschiedene Sprachen einstellen. Ein sehr schöner und sinnvoller Bonus ist ein kleiner Taster am Sender, der Auskunft über den Batteriestatus gibt. Das Einstellen des Senders ist in der Anleitung ebenfalls sehr gut beschrieben und in kurzer Zeit vollzogen. Die Montage des Tachos am Lenker geschieht beim Sigma mittels der mitgelieferten Montagegummis. Eine Sache von Sekunden. Ebenso einfach und schnell gestaltet sich die Montage des Senders, der ohne Sockel auskommt. Auch dieser wird einfach nur mit einem Haltegummi an der Gabel befestigt. Der für den Kontakt verantwortliche Magnet wird mit einer Schraube an der Speiche fixiert, genauer gesagt mit einer Inbusschraube. Das Werkzeug legt Sigma, wie bereits oben erwähnt, direkt dabei. An der Anzeige des BC 1106 DTS gibt es nichts zu Makeln. Die Aufgliederung auf dem Display ist klar und übersichtlich. Das Hauptaugenmerk gilt dabei der Momentangeschwindigkeit, während unter der Anzeige der Geschwindigkeit die jeweils gewünschte Funktion eingeblendet wird. Auch hier geizt Sigma nicht! Uhrzeit, Fahrzeit, Durchschnittsgeschwindigkeit, Vergleich aktuelle Geschwindigkeit zu Durchschnittsgeschwindigkeit, Maximalgeschwindigkeit und Tageskilometer. Die Gesamtfahrzeit und Gesamtkilometer werden für die zwei einstellbaren Radgrößen festgehalten. Wie schon beim VDO mussten wir auch beim Sigma BC 1106 DTS vor dem ersten Fahreinsatz etwas an der Ausrichtung des Senders experimentieren, bis der Kontakt des Senders zum Tacho fehlerfrei hergestellt war. Leider zeigte sich die Befestigung des Senders im ruppigen Gelände nicht ganz so souverän, wie wir es uns gewünscht hätten. Doch ein einfacher Trick schafft auch dieses Problem aus der Welt: Zusätzlich einen Powerstrip verwenden! Die Verarbeitungsqualität und die Ablesbarkeit des Tachos geben ebenso wenig Grund zur Kritik wie der reibungslose Betrieb nach dem Tuning.

Tipp! Anstelle des Powerstrips zur Fixierung des Senders kann man von Sigma auch einen speziellen Sockel erwerben, mit dem der Sender durch Kabelbinder befestigt werden kann. UVP liegt bei 2,95 Euro

Fazit:
Mit dem Sigma BC 1106 DTS kann man beim Kauf nichts falsch machen. Der Sigma ist gut bedienbar, bietet alle Grundfunktionen und ist sehr gut ablesbar.

Preis: 39,95 Euro
Mehr Infos unter www.sigmasport.com




VDO C1DS

Eine sehr edle Aufmachung! Das ist der erste Eindruck des VDO C1DS. In der edel anmutenden Verpackung befindet sich neben dem Bikecomputer, dem Sender und den Batterien eine Bedienungsanleitung, welche ebenfalls optisch sehr beeindruckt. Kein Faltzettel, sondern ein über 280 Seiten umfassendes Handbuch beinhaltet alle Schritte zur Konfiguration und Bedienung des Computers. Natürlich fehlt auch hier nicht ein Kapitel zur Fehlerbehebung und eine Kurzanleitung. Das sieht ja schon sehr vielversprechend aus! Die Bedienungsanleitung ist ebenfalls, wie bei den Konkurrenzprodukten, sechssprachig. Vor Inbetriebnahme des Computers müssen die mitgelieferten Batterien in den Computer und den Sender eingesetzt werden, was aber sehr einfach von der Hand geht - lediglich eine Münze muss man zum Verschließen der Gehäuse zur Hand haben. Die Programmierung des Computers fällt etwas komplizierter und umfangreicher aus, aber durch die gute Beschreibung ist auch dieser Schritt ohne Probleme zu bewältigen. Zum Einstellen des Senders muss erst ein Menüpunkt angewählt werden, um den Connect zu bewerkstelligen. Überzeugen können die straffen Tasten des VDO, die sich sehr gut in das Gesamtbild des gut verarbeitenden Computers einfügen. Ebenfalls etwas umständlicher gestaltet sich die Montage des Tachos am Lenker, der im Gegensatz zu den meisten auf dem Markt befindlichen Computern nicht mit Haltegummis, sondern mit einem Kunststoffband und einer integrierten Schraube fest am Lenker fixiert wird. Eine bombensichere Befestigung! Die Montage des Senders erfolgt ohne separaten Sockel und wird direkt mit Kabelbindern an der Gabel befestigt. Laut Montagebeschreibung muss der Sender auf der linken Seite angebracht werden. Für die Ausrichtung des Senders haben wir uns in Richtung des Bikes entschlossen - erstmal! Während bei den meisten auf dem Markt befindlichen Bikecomputern der Magnet mit einer Schraube an der Speiche fixiert wird, bietet VDO hier eine andere sehr schöne Lösung an: Die Befestigung des Magneten an der Speiche mittels eines Clips! Nach dem ersten erfolgreichen Connects des Senders mit dem Computer bedarf es beim VDO keiner weiteren Schritte mehr. Allerdings hatten wir Probleme mit Aussetzern des Computers, die wir aber durch eine andere Ausrichtung des Senders, nicht mehr in Richtung des Bikes sondern in Fahrtrichtung, im Keim erstickt haben. Die Anzeige des VDO C1DS ist etwas verspielter als bei anderen Bikecomputern und erinnert mit der vierzeiligen Aufteilung etwas an ein Cockpit. Neben der Anzeige der Uhrzeit finden sich noch die momentane Geschwindigkeit sowie die Anzeige der gewählten Funkion mit erklärendem Textelement in der gewünschten Sprache. Dadurch wirkt die Anzeige natürlich etwas gedrungener als bei Computern, die mit weniger Infos auf dem Display locken. Hier liegt es im wahrsten Sinne des Wortes im Auge des Betrachters, was er nun lieber mag. Die Grundfunktionen wie aktuelle Geschwindigkeit, Gesamt- und Tagesstrecke, Uhr, Fahrzeit und Durchschnittsgeschwindigkeit bietet der VDO C1DS ebenso wie eine Serviceintervallanzeige und der Vergleich der aktuellen Geschwindigkeit zur durchschnittlichen Geschwindigkeit. Das Design als auch die Verarbeitungsqualität können begeistern. Leider vermissen wir die Anzeige der maximalen Geschwindigkeit, dafür bietet der VDO C1DS das Einstellen von zwei Radgrößen. Optional ist für den VDO ein Trittfrequenz-Kit erhältlich.

Fazit:
Der VDO C1DS bietet alles, was man von einem guten Bikecomputer erwartet. Die Anzeige mit den vielen Infos, welches aber nicht überfüllt wirkt, und die Menüführung verleihen dem VDO einen professionellen Touch. Durch die vergleichsweise kleinen Zeichen in der Anzeige wird der VDO aber nicht alle Biker ansprechen.

Preis: 41,50 Euro
Mehr Infos unter www.vdocyclecomputing.de

Waldy
(28.09.2007)