www.fraktur-magazin.de - FRAKTUR - Das Magazin - Spots, Trails und Rock'n'Roll

Norco Shore 2 - Alles kann, nichts muss! - Test
www.fraktur-magazin.de

Für das Jahr 2006 stand der Test eines Norco Shore 2 auf dem Programm. Wir haben das Rad bei unserem Test so behandelt, wie es ein Freerider nicht besser verdient hat: Das Rad wurde beim Downhill in Frankreich über Pisten mit Kindskopf großen Steinen gejagt, im Bike-Park über Drops und Kanten gescheucht und selbst bei diversen Touren und im Stadtdschungel nicht verschont. Das Shore 2 ist ein Komplettrad, zu dessen Ausstattung die Marzocchi 66VF mit 170 mm Federweg gehört.

Von außen bietet diese Gabel leider keine Einstellmöglichkeiten, jedoch lässt sich intern Zug- und Druckstufe sowie der Luftdruck verändern. Allerdings hatten wir nach einmaligen Einstellen in nahezu jeder Situation ein geniales Fahrwerk. Hinten wird der Schwinge durch den Fox 5.0 Dämpfer 170mm bzw. 190mm Federweg zur Verfügung gestellt. Den Gangwechsel vollzieht der Fahrer mit der Sram X.7 bzw. dem Deore Umwerfer. Die Schalthebel stammen ebenfalls aus der Sram X.7 Serie. Diese Kombination zeichnet sich als zuverlässig und schaltgenau aus.

Verzögert wird durch die Avid Juicy 5. Nachdem die Beläge an den 203mm Polygonscheiben eingeschliffen sind, überzeugt die vollhydraulische 2 Kolben Bremse durch Souveränität und Leistung ohne Ende, auch bei langen Abfahrten. Das Stock-Speiche-Syndrom bleibt aus, stattdessen überzeugt die Bremse durch gute Dosierbarkeit und Kraftentfaltung. Allerdings hatten wir zwei Totalausfälle der Bremse, bei denen sich beide male der Belag von der Trägerplatte löste. Sowas darf unter keinen Umständen passieren, da die Bremse des Downhillers letzte Rettung ist.

Da mit einem Freerider auch Bergauffahren möglich sein sollte, sind beim Norco Shore Two zwei Kettenblätter montiert (22 und 32 Zähne). In Verbindung mit der Teleskopsattelstütze und dem verhältnismäßig wippfreien FSR-Hinterbau sind dafür die technischen Voraussetzungen auch gegeben, allerdings machen die 23 Kilogramm Eigengewicht und die rollfreien Schlappen von Kenda dies nicht zu einem Vergnügen.

Nachdem man den Berg bezwungen hat, kann das Norco Shore 2 alle seine Trümpfe ausspielen, bei schnellen Abfahrten ist es in seinem Element.
Große Steine und Wurzeln schluckt das Fahrwerk ohne Probleme, und durch den wirklich gut funktionierenden Truvativ Shift Guide bleibt die Kette auch da wo sie hingehört.
Bei engen, hackligen Trails macht sich der lange Radstand und die träge Masse des Bikes bemerkbar.

Fazit:
Das Norco Shore ist ein Freerider der härteren Gangart, der exzellent verarbeitete Rahmen und die verbauten Komponenten fordern ihr Gewicht, wobei 23 Kilo für das 2006er Modell in dieser Klasse nicht zeitgemäß sind. Das Gewicht schränkt die Einsatzmöglichkeiten sehr ein. Primär ist das Shore eher ein Downhiller, doch mit einigen Modifikationen auch für jeden anderen Spaß zu haben. Touren kann man machen, muss man aber nicht ;-)

Gewicht: ca. 23 Kilogramm
Preis: 2800 Euro

Mehr Infos unter www.norco-bikes.de

Nils
(03.01.2007)