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Kona Five-O - Das Freeride-Hardtail im Test
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Es ist wieder so weit! Es ist Ende des Jahres und die Bikes für das nächste Jahr sind auf dem Markt. Diesmal stand mal was nagelneues vor unserer Tür, ein Kona Five-O, ein Hardtail aus Kona's "Out of Bounds" Serie. Bisher hatten wir immer gute Erfahrungen mit Kona Bikes gemacht und immer sehr viel Spaß mit den Rädern gehabt...aber wenn ich ganz ehrlich bin, Liebe auf dem ersten Blick war es diesmal nicht bei mir!

Der erste Eindruck: Es sieht aus wie ein Ladybike! Das erste Aufsitzen auf dem Bike war aber doch sehr positv, es fühlt sich gut an trotz einer Rahmengröße von 16 Zoll und meinen 187cm Körpergröße. Erhältlich ist das Five-O in den Größen 14, 16, 18, 20 und 22 Zoll. Bei einer Körpergröße wie meiner ist der Rahmen in 16" zwar für längere Touren etwas zu klein, aber man kann dafür viele andere schöne Sachen mit dem Rad machen. Aber dazu später mehr, erstmal wollen wir auch mal etwas Kritik los werden! Es sind zwar nur ein paar Kleinigkeiten, die aber bei einem Preis für das Rad von 1099 Euro irgendwie unverständlich sind. Es betrifft den Antrieb, die verbauten Komponenten! Wir schreiben das Jahr 2008 und eigentlich ist eine 9-fach Kassette Standard, aber Kona verbaut 8-fach Komponenten wie ein Shimano Deore Schaltwerk und einen Alivio Umwerfer. Auch an den Kettenblättern wurde gespart, es wurde das einfachste auf dem Markt erhältliche verbaut.

Alle diese Teile drücken natürlich auf das Gewicht, aber verrichten zumindest ihren Dienst. Hier hätten wir uns doch etwas hochwertigeres gewünscht, was dem Gesamtbild des Bikes sehr gut getan hätte. Dann wäre da noch das Hinterrad, der verbaute Schnellspanner sieht sehr einfach und billig aus, dazu gesellt sich die günstige Shimano Nabe. Etwas unverständlich bei so einem Bike, welches für das richtig Grobe gedacht ist. Die restlichen verbauten Teile geben keinerlei Grund zur Beanstandung, angefangen mit den Reifen Maxxis High Roller in 26x2,35 oder die Bremse Hayes Stroker Ryde in Verbindung mit 180mm Scheiben. Sehr gut gefallen hat uns die Marzzochi 55RS mit 140mm Federweg, sie ist nicht nur optisch ein Hingucker, sondern auch in ihrer Funktion top. Hingucker ist ein Schlagwort: Der Rahmen ist ein wahres Kunstwerk, man kann jedem nur den Rat geben, sich das Bike mal im Sonnenlicht anzuschauen. Die Farbe kommt so was von genial im Sonnenlicht rüber, fast viel zu schade das Bike richtig hart ranzunehmen. So ein Bike ist ja nicht (nur) zum Ansehen gedacht, sondern auch zum Fahren, also los gehts!

Nach ein paar Einfahrrunden auf unserem Rundkurs wird das Tempo zum überfliegen der Tables erstmal erhöht - in der Luft verhält sich das Bike sehr ruhig und neutral, es ist weder front- noch hecklastig. Das Kona braucht zwar mehr Tempo und Unterstützung beim Absprung, aber dann klappt es sehr gut. Da es sich hierbei nicht um ein reines Dirtbike handelt, statteten wir unserer Abfahrtsstrecke einen Besuch ab. Als "verwöhnter" Fully-Fahrer ballert man ständig auf der Ideallinie, egal was unter einem kommt, das Fahrwerk und die Reifen schlucken alles weg. Aber auf einem Hardtail? Hier mal ein riesen Lob an Kona, das Five-O macht auf der Abfahrt richtig Spaß, es rappelt zwar ordentlich, aber es ist immer sehr kontrolliert. Die Landungen sind zwar hin und wieder recht hart, aber dafür kann man das Bike richtig gut durch die Kurven drücken und brachial rausbeschleunigen.

Auch die Gabel kann überzeugen, trotz des sehr ruppigen Geländes arbeitet sie sehr sauber, ein Durchschlagen oder sonstiges Negatives war nicht festzustellen. Die Hayes Bremsen konnten auch überzeugen, trotz der "nur" 180 mm Scheiben war stets Verlass auf sie. Wie schon beschrieben, zum Touren fahren war mir der Rahmen etwas zu klein, aber dafür passt das handliche Bike auf der Abfahrt sehr gut. Die Geometrie des Bikes kann überzeugen, das Five-O passt wie ein Maßanzug. Hier merkt man auch wieder die Vorteile eines Hardtails, der Rahmen ist sehr steif, jede Lenkbewegung wird direkt umgesetzt und jeder Druck auf die Pedale geht spürbar nach vorne. Sehr schön gelöst sind die Ausfallenden, sie sind auf beiden Seiten geschraubt - ob es ein Umbausatz für Steckachse oder 150 mm Naben gibt ist uns nicht bekannt, aber wäre ein feine Sache. Über die Fahreigenschaften gibt es nichts Negatives zu erwähnen, das Five-O ist stets kontrollierbar und setzt alle Forderungen vom Fahrer direkt um. Es ist ein sehr gutes Einsteigerbike in die Freerideklasse, womit man sehr lange Freude haben wird und seine Fahrtechnik immer weiter ausbauen kann.

Fazit:
Mit dem Five-o ist Kona ein sehr geniales Hardtail gelungen. Man kann es beruhigt als Freeride-Hardtail bezeichnen, abgesehen von den Kritikpunkten, die nicht wirklich relevant sind. Das Kona ist es eine pure Spaßmaschine! Da es kurz vor Weihnachten ist, wäre es auch ein sehr schönes Weihnachtsgeschenk, womit man sehr viel Freude haben kann!

Mehr Infos unter www.konaworld.com

Elton
(27.11.2008)