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Rose Beef Cake DH - Gas geben! - Test
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Mit der neuen Bikepalette von Rose hat sich vieles geändert und man hat sich dem Trend der heutigen Zeit in der MTB Szene voll angepasst. Rose bietet nun auch den Leuten, die bevorzugt ins harte Gelände und sich richtig derb austoben wollen, den passenden fahrbaren Untersatz. Passend dazu wurde auch direkt das Bekleidungssortiment angepasst. Wir hatten bereits das Vergnügen das Enduro Uncle Jimbo mit 160 mm Federweg und das Beef Cake 6 mit 180 mm Federweg testen zu dürfen. Jetzt konnten wir das Beef Cake DH ordentlich rannehmen! Auf dem ersten Blick sieht man beim Rahmen des Beef Cake DH keinen direkten Unterschied zum Freerider, dem Rose Beef Cake 6. Es sieht gleich aus, der Unterschied liegt bei der Geometrie und beim Radstand. Das Beef Cake DH ist lediglich in der Größe M verfügbar, weshalb wir zum Vergleich der Geometriedaten natürlich den Freerider in der Größe M herangezogen haben. Der Lenkwinkel des DH Rahmens beträgt 64 Grad und beim Freerider 66 Grad, das Oberrohr des DH ist mit 590 mm 5 mm länger als beim FR, der Radstand des DH liegt bei 1181mm und der des FR bei 1150 mm und die Tretlagerhöhe liegt beim DH mit 355 mm einen halben Zentimeter unter die des FR.

Wie bei Rose üblich ist die Ausstattung wieder vom Feinsten: FOX 40 RC2 Gabel und FOX DHX 5.0 Coil Dämpfer - zu diesen beiden Komponenten braucht man nicht mehr viel erzählen, es ist bekannt, dass diese zu den Besten gehören. Gebremst wird mit Formula The One mit 200 mm Scheiben vorne wie hinten und die Schaltung kommt von Shimano aus der Saint Gruppe. Die Laufräder kommen aus dem Hause Mavic (Deetraks) und die Reifen von Maxxis (Minion DH). Tretlager und Kurbel sind von Truvativ Holzfeller mit einem 36er Kettenblatt. Aus dem gleichen Hause kommt auch die Kettenführung. Am Hinterrad versieht eine Maxxle Steckachse ihren Dienst und sorgt für zusätzliche Steifigkeit, welche sich sehr gut mit dem sehr steifen Rahmen ergänzt.

Der Rahmen ist eher klassisch und nicht, wie bei so vielen neuen Bikes, hydrogeformt. Durch den innenliegenden Schaltzug und der innenliegenden Bremsleitung wirkt der Rahmen sehr aufgeräumt. Alles ist sehr gut erreichbar und sehr pflegeleicht, was bei vielen neuen Bikes ja nicht immer so gegeben ist. Das Gesamtgewicht des Bikes ohne Pedale gibt Rose mit 17,8 kg an, was schon mal für ein DH-Bike recht leicht ist. Den Rahmen gibt es in zwei Farben, anodized black und pearl-orange/perl-white. Passend dazu ist dann auch die Farbe der Federgabel. Das Technische wäre damit schon mal geklärt, nun aber die Frage: Wie sieht es auf dem Trail aus? Also Fahrwerk nach Belieben eingestellt und noch mal alle Verschraubungen überprüft, was man sich bei Rose eigentlich sparen kann, denn die Räder kommen immer perfekt überprüft zu einem nach Hause. In meinem Fall musste ich eine Änderung durchführen: Eine härtere Feder musste her, für mich war die orginale Feder etwas zu weich. Die originale 400er Feder sollte bei einem Fahrer um die 75 Kilogramm allerdings taugen. Das Fahrwerk spricht sehr feinfühlig an und wird recht früh progressiv. Das fühlt sich zwar etwas ungewohnt an, aber nicht unangenehm. Das Bike ist leicht frontlastig, durch etwas mehr Zug am Lenker lässt sich das aber wieder ausgleichen. Das Rose läuft sehr ruhig, ist aber in Kurven sehr wendig. Man kann sehr schön mit dem Bike spielen, gerade auf unserer Hausstrecke, die sehr technisch ist, lief es mit dem Bike sehr gut.

Das Bike ist sehr leise unterwegs, es klappert nichts und die Kette schlägt nirgends an. Wenn das Knattern vom Freilauf nicht wäre, würde man nur noch das Schnaufen das Fahrers hören. Die Maxxis Minion verrichten bei trockenem Wetter gute Arbeit, sind bei feuchter Witterung allerdings nicht ganz so überzeugend. Um auch bei matschigen Verhältnissen gut voran zu kommen, wurde der Conti Rain King aufgezogen. Der Conti hat auch den Vorteil, dass er bei trockenen Strecken sehr gut läuft, weshalb wir den Reifen bis zum Schluss aufgezogen hatten. Wie es sich für einen Viergelenker gehört, arbeitet das Fahrwerk sehr effektiv. Selbst hartes Bremsen auf Wurzelfeldern brachte es nicht aus der Ruhe. Das Beschleunigen aus Anliegern heraus oder nach engen Kurven klappte absolut reibungslos, jede Kurbelumdrehung wird sofort in Vortrieb umgesetzt. Es gab während des Tests keinerlei Beanstandungen. Alles funktionierte einwandfrei, die Schaltung ließ sich sauber schalten und die Bremsen verzögerten, wenn sie sollten. Das Fahrwerk behielt alles im Griff, selbst wenn es richtig ruppig wurde.

Für meine Körpergröße von 186 cm passte das Bike perfekt. Das Wichtigste für ein DH Bike ist natürlich, dass es ordentlich, sauber und kontrolliert bergab läuft - dennoch wollen wir hier noch einen weiteren kleinen Pluspunkt verteilen: Das Schöne an der Rahmenform mit dem durchgehenden Sattelstützenrohr ist, dass man die Stütze weit genug rausziehen kann und auch mal zum Start den Berg hochfahren kann. Bedingt durch die verbaute Kassette mit 34 Zähnen, dem 36er Kettenblatt und dem Pro Pedal des FOX Dämpfers ist das immerhin machbar. Das Beef Cake DH ist Rose wirklich gelungen und macht auf den meisten deutschen Strecken viel Spaß. Es kann sicherlich auch bei Rennen überzeugen und braucht sich keinesfalls hinter den anderen großen Marken zu verstecken. Wer jetzt meint, er müsste zigtausend Euros auf den Tisch legen, irrt sich gewaltig. Zur Zeit ist das Rose Beef Cake DH für 2799 Euro anstatt der früheren 3499 Euro zu bekommen, und das macht das auch Bike noch um einiges interessanter.

Fazit:
Das Rose Beef Cake DH ist ein sehr laufruhiges und sehr wendiges DH-Bike, auch bei der Austattung macht man keinerlei Abstriche. Auspacken, Lenker ausrichten, Pedale montieren und Gas geben. Einfach perfekt und das zu einen super Preis!

Mehr Infos unter www.rose.de

Elton
(23.09.2009)