www.fraktur-magazin.de - FRAKTUR - Das Magazin - Spots, Trails und Rock'n'Roll

Rose Uncle Jimbo 6 - Das Enduro im Namen der Rose - Test
www.fraktur-magazin.de

Es war eine Zeit lang ruhig um Rose geworden. Viele Hersteller leisteten in dieser Zeit den Ansprüchen der heutigen Bikegemeinschaft Folge. Bei Rose schien die Entwicklung irgendwie stehengeblieben zu sein, aber das änderte sich 2009! Mit einer kompletten Neuauflage von Bikes, angefangen vom CC-Fully bis zum DH-Fully mit verschiedensten Varianten und Preisen, meldete sich der Rose Versand unter dem neuen Namen "Rose" auf dem Markt zurück. Wir hatten das Vergnügen, das Rose Uncle Jimbo 6 zu fahren und ausgiebig ranzunehmen, was vom Hersteller in der Tat auch so gewünscht wurde.

Das Rose Uncle Jimbo läuft unter der Kategorie "Enduro", welche zur Zeit sehr angesagt ist. 160 mm Federweg vorne wie hinten sind ein Muss in dieser Kategorie, welches das Rose auch erfüllt. Was typisch für die Bikes vom Rose Versand ist: Die Ausstattung gibt eigentlich keinen Grund zur Kritik - sehr gut gewählte Komponenten und funktionell einwandfrei. Wir hatten ja schon bei einigen Bikes das Problem, dass manche Anbauteile nicht unseren Vorstellungen entsprachen bzw. dem Einsatz entsprechend gewählt wurden, aber hier am Rose passt alles...fast alles.

Da wäre die Bremse Formula The One, zwar mit 200mm Scheibe vorne und 180mm Scheibe hinten, optisch eine sehr schöne Bremse, aber leider hat es uns etwas an Bremsleistung gefehlt. Dies bezieht sich zwar nur auf die Abfahrt, aber da konnte sie dem Bike nicht das Wasser reichen. Dann noch ein kleiner Kritikpunkt von unserer Seite, der Sattel Selle Italia SLR T1, von der Funktion und dem Komfort kann man sich nicht beklagen, nur rein optisch wollte er uns einfach nicht gefallen. Das Bike glänzt zwar vor schicken Anbauteilen, aber ein Sattel der glänzt, naja...

Rose gibt das Bike mit einem Gewicht von 13,6 kg ohne Pedalen und in der Größe M an, was schon mal sehr angenehm ist und sich auf der Tour und beim Uphill sehr positiv bemerkbar macht. Gerade beim Uphill kommt Freude auf, dank Propedal am FOX RP23 und die schnelle einfache Absenkung der FOX Talas RC2 mit 100/130/160mm Federweg ist der Uphill recht einfach und stressfrei. Die Idee mit der Maxle Steckachse am Hinterbau erwies sich als sehr gelungen, der Hinterbau ist sehr steif und spurtreu, nur auf der Abfahrt könnte er etwas feinfühliger sein. Das sei aber nicht als Kritik zu sehen, sondern als Geschmackssache.

Wir sind am Hinterbau mit 30 bis 40 Prozent Sag gefahren, damit fühlt es sich recht gut auf der Abfahrt an und wir hatten immer noch genug Reserven - ein Durchschlagen haben wir nicht bemerkt. Geschaltet wurde mit SRAM X-9, nur der Umwerfer kam aus dem Hause Shimano, und zwar das XT Modell. Diese Kombination funktioniert einwandfrei. Wo wir gerade im Bereich des Lenkers sind, hier sei noch erwähnt, dass es sich um ein Easton Monkeybar EA70 mit 685mm Breite und 4.9 cm Rise handelt, auch die Rose eigenen Schraubgriffe konnten uns begeistern.

Um den nötigen Vortrieb zu bekommen, verbaut Rose die Kurbelgarnitur FSA Afterburner BB30, die optisch sehr gefallen hat und von der Funktion keinen Grund zur Beanstandung gab. Um den Vortrieb auf den Boden zu bekommen, stehen einem als Laufradset die Mavic Crossline zur Verfügung und als Reifen die Schwalbe Nobby Nic in 26x2.4 Snakeskin. Wir hatten das Rose Uncle Jimbo in der Größe M 18" mit einem Sitzrohr von 460 mm und einem Oberrohr von 590 mm. Der Lenkwinkel beträgt 67,5 Grad und der Sitzwinkel 72 Grad.

Das Bike gibt es in der der Größe S bis XL, somit sollte für jeden etwas dabei sein. Da wir uns das Bike mit zwei Mann geteilt haben, um genug Infos zu sammeln und die unterschiedlichen Vorlieben des jeweiligen Nutzers mit dem Rad auszureizen, ist auch eine Menge an Input angefallen. Genau hier spielt die Rahmengröße eine große Rolle! Waldy mit einer Körpergröße von 175 cm empfand das Bike auf Touren als sehr angenehm, Uphills liefen spielend über die Bühne, bergauf sehr leichtgängig und völlig stressfrei. Auf technischen Abfahrten und bei Sprüngen empfand er es als etwas zu groß und leicht unhandlich.

Bei mir war es nun aber völlig anders. Bei einer Körpergröße von 186 cm war die Sattelhöhe auf Touren schon recht grenzwertig, also der Rahmen etwas zu klein, aber dafür passte es wie angegossen auf technischen Trails und Abfahrten. Man sollte sich also genau überlegen was man bevorzugt und mit dem Rad anstellen will. Soll es mehr Richtung Bikepark oder kleine Runden bevorzugt mit viel Spaß gehen, dann das Bike eher eine Nummer kleiner wählen. Sollten längere Touren und dergleichen bevorzugt werden, dann die von Rose vorgeschlagene Größe nehmen.

So, nun mal wieder etwas technisches zum Rad. Abgesehen von den Anbauteilen kann der sehr wertig wirkende Rahmen überzeugen - die Rohrdicke wirkt weder zu fett noch zu dünn. Zwar steht der Umwerfer bei Matsch voll unter Beschuss, aber das verkraftet er schon, wenn man ihn etwas mehr pflegt. Gut gefallen hat uns auch die Position des Dämpfers, eigentlich sollte der ja aufgrund des Schwerpunktes immer recht tief unten im Rahmen verbaut sein, aber durch die Position unterhalb des Oberrohrs kommt man sehr schnell "blind" an den Dämpfer um das Propedal zu aktivieren.

Den Rahmen gibt es in zwei verschieden Farbvarianten, einmal in Anodized Black und dann noch in Petrol Green/Pearl White. Wir fuhren die letzte Farbvariante, wo das Green aber nur bei starker Sonneneinstrahlung wirklich sichtbar wird, ansonsten wirkt es eher schwarz. Auch sehr interessant sind die innen liegenden Züge, optisch sehr schön und auch sehr wartungsarm. Ach ja, da wäre ja noch etwas bevor es wieder auf die Trails geht: Das ROSE Uncle Jimbo 6 ist für 2699 Euro erhältlich, preislich fängt die Uncle Jimbo Serie bei 1999 Euro an und geht rauf bis auf 3499 Euro.

Fazit:
Dem Rose Versand ist mit dem Rose Uncle Jimbo ein super Einstieg in die Enduroklasse gelungen. Das passende Rad aussuchen, sich drauf setzen, Gas geben und eine Menge Spaß haben!

Mehr Infos unter www.rose.de

Elton
(11.05.2009)