www.fraktur-magazin.de - FRAKTUR - Das Magazin - Spots, Trails und Rock'n'Roll

Schwalbe Wicked Will - Der Bestzeitenjäger im Test
www.fraktur-magazin.de

Schwalbe sorgt dieses Jahr mit zwei neuen Reifen, speziell für den DH Bereich, für ordentlich Wirbel auf dem Reifenmarkt. Den Spezialisten für nasse Böden, den Dirty Dan, haben wir euch bereits vorgestellt, der Test des Wicked Will, der Reifen für trockenes Gelände, hat sich leider etwas verzögert. Nun ist es aber soweit und wir wollen euch unsere Eindrücke und Erfahrungen nicht vorenthalten!

Der Wicked Will ist der Nachfolger vom Al Mighty und wurde für die Jagd nach Bestzeiten optimiert. Der erste Eindruck: Der Wicked Will wirkt sehr voluminös und baut recht hoch und breit! Die niedrigen Stollen und deren Anordnung in der Mitte des Reifens sollen für einen sehr geringen Rollwiderstand sorgen. Nach außen hin bauen die Stollen höher, welche in Verbindung mit den Curve-Claws und der weichen Gooey Gluey Gummimischung für extrem viel Grip in der Kurve sorgen sollen. Bemerkenswert ist die sehr dicke Karkasse, die hoffentlich jegliche Schlangenbisse abzuwehren weiß. Der Reifen ist in der Größe 26x2,50 erhältlich und wiegt 1400 Gramm, der Preis bewegt sich bei etwa 52 Euro.

Doch die ganze Theorie alleine nützt ja nichts, also mit den neuen Schluffen raus auf die Piste! Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und die Strecken waren staubtrocken, also theoretisch die perfekten Bedingungen für den Wicked Will. Die erste Abfahrt verlief dann aber irgendwie seltsam, der Reifen fühlte sich recht hart an, so als ob man mit zu viel Luft in den Reifen unterwegs wäre - dennoch war der Grip voll gegeben! Das Bremsverhalten und die Wurzelpassagen verliefen top und vor allem der geringe Rollwiderstand war mehr als spürbar. Auch nach weiteren Abfahrten hinterließ der Schwalbe immer den gleichen Eindruck, er fühlt sich sehr hart an. Wir starteten also den Versuch, mit sehr wenig Luft im Reifen unterwegs zu sein. Er fühlte sich jetzt ganz anders an, man hatte das gewohnte Gefühl eines DH Reifens, nur leider wird er sehr schwammig, wenn man aus den Kurven heraus beschleunigt. Durch die sehr hohe Bauweise des Reifens fühlte er sich fast wie ein platter Reifen an. Hier gilt es also die goldene Mitte des Luftdrucks zu finden. Mit dem idealen Luftdruck fühlt sich der Reifen dann perfekt an, man hat weder ein schwammiges Gefühl noch den Eindruck, dass er sich zu hart anfühlt. Durch die Änderung wurde der Gesamteindruck noch einmal verbessert, gerade das Bremsverhalten und der Grip in Kurven auf dem harten trockenen Boden konnten überzeugen. Die schön sind mit Wurzeln übersäten Kurven...einmal kurz anbremsen, schon sollte es im Idealfall ohne Probleme um die Kurve gehen - auch hier spielt der Wicked Will problemlos mit! Die hohen Außenstollen in Verbindung mit den Curve-Claws ziehen sauber ihre Bahn, man hatte nie den Eindruck, dass der Reifen ausbrechen wollte. Auf vielen Strecken muss man oft aus hohem Tempo sehr stark abbremsen, um ideal in die nächste Sektion reinfahren zu können, erst recht dann, wenn man gegen die Uhr fährt! Jede Millisekunde zählt und man versucht so spät wie nur möglich abzubremsen! Mit dem Wicked Will kann man diese Anforderungen gut und exakt umsetzen. Wo stark gebremst wird, muss auch meist wieder stark beschleunigt werden - hier spielt der Wicked Will alle seine Trümpfe aus. Durch die sehr kurzen Stollen in der Mitte des Reifens hat man einen sehr niedrigen Rollwiderstand und dadurch eine sehr gute Beschleunigung. Durchschläge bzw. Schlangenbisse sind für den Wicked Will übrigens Fremdwörter, selbst in Steinfeldern oder auf dicken Wurzeln!

Nun ja, wir wären nicht die Fraktur, wenn wir nicht auch mal über den Tellerrand bzw. das Einsatzgebiet eines Produktes schauen würden. Wie macht sich der Wicked Will, dessen Einsatzbereich ganz klar bei trockenen Bedingungen liegt, bei widrigen Verhältnissen? Wir suchten uns natürlich das schmuddeligste Wetter aus...die Strecke war super matschig und riesige Pfützen reihten sich auf der Abfahrt. Die perfekten Verhältnisse für den Dirty Dan, aber wie sieht es mit dem Wicked Will aus? Das Ergebnis war vorhersehbar, es war ein unkontrollierbares Gerutsche. In Anliegern versuchte der Wicked Will zwar stets irgendwie etwas Grip aufzubauen, aber jegliches Beschleunigen wurde mit durchdrehendem Hinterrad zunichte gemacht. Spätes Anbremsen war unmöglich, es fühlte sich an als würde man auf Eis fahren, nur dass sich noch rutschige Wurzeln und glatte Steine dazugesellten. Wenn die Strecke etwas abtrocknet und der Schlamm sich wieder verfestigt, sieht es etwas besser aus. Man hat durch die breite Auflagefläche des Reifens hier und da seine Problemchen beim Anbremsen und beim Beschleunigen, aber mit etwas Feingefühl in den Finger und in den Beinen geht es. Dass dieser Versuch eigentlich völliger Quatsch war, versteht sich von selbst, aber ein Versuch war es zumindest wert und hat letztendlich auch keinen Einfluss auf unseren guten Eindruck des Wicked Will. Wer auf Strecken bei trockenen Verhältnissen auf der Jagd nach Bestzeiten ist, kann auf jeden Fall auf den Schwalbe Wicked Will zurückgreifen!

Mehr Infos unter www.downhilltires.com

Elton
(20.08.2009)