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UMF Freddy 1 - The Next Generation - 2010 - Fahrbericht
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Das gute alte Freddy! Unsere erste Begegnung führt in das Jahr 2007 zurück und wir waren direkt vom Freddy sehr angetan. Sicherlich hatte auch das Freddy seine Macken, aber die wurden dank der guten Leistungen verziehen. Drei Jahre später trafen wir das Freddy wieder, mit neuem Outfit versuchte das neue UMF uns wieder von sich zu überzeugen. Und...konnten die kleinen Macken überwunden werden? Da steht es nun, das 2010er UMF Freddy 1, und will uns wieder herausfordern!

Der erste Eindruck: Schick schick! Von der Optik spielt das Freddy schon mal ganz oben mit. Es ist farblich alles super abgestimmt - der Stylefaktor erreicht schon mal volle Punktzahl. Es hat sich einiges getan am 2010er Modell, aber einer Diät hat sich das Freddy immer noch nicht unterworfen. Komplett mit Pedalen kommen wir auf 19,8 Kilogramm, trotz des Luftdämpfers Marzocchi Rocco Air R und der luftunterstützten Gabel Marzccchi 66 RCV. Zugegeben, kein Leichtgewicht, aber hier liegt der Schwerpunkt offensichtlich ja auch nicht beim Uphill oder der ausgedehnten 60 Kilometer Tour - hier steht das Freeriden im Vordergrund!

Eigentlich stehen wir vor einem Problem: Meine Wenigkeit ist 186 cm groß und das UMF Freddy1 steht uns hier im Test in der Rahmengröße 15 Zoll zur Verfügung. Für Touren, sei es auch nur der Weg zum Spot, ist das Bike für mich zu klein, großartig Kilometer abreißen sind so leider nicht möglich. Das UMF in einer Nummer größer hätte für mich den Einsatzbereich um einiges erweitert - so hätte man auch mal den Weg zum Spot mit dem Bike zurücklegen können. Beim Federweg am Heck habe ich mich direkt für die 170 mm Variante entschieden (anstatt der 150 mm Variante), da diese für mich in der Kombination zur 180 mm Federgabel bedeutend besser passte.

Das erste Beschleunigen erschreckt allerdings! Was ist das denn? Man kommt nur sehr träge vorwärts, das Beschleunigen geschieht nur mit großem Kraftaufwand. Dazu kommt noch, dass das Tretlager sehr hoch ist und sich in den ersten Kurven sehr ungewohnt anfühlt. Hier merkt man dann doch das hohe Gewicht und das es sich um einen mehrfach abgestützten Eingelenker handelt. Also nochmal Dämpferpumpe raus gekramt und etwas Feintuning am Fahrwerk vorgenommen. Die Beschleunigung des UMF bleibt zwar noch immer etwas träge, aber nicht mehr ganz so schlimm wie am Anfang. Das starke Wippen ist allerdings nur im Wiegetritt spürbar, im Sitzen bleibt der Hinterbau ruhig.

Das Fahrwerk ist zwar nun etwas straffer abgestimmt und nicht mehr so ruhig wie vorher, aber es läuft auf der Strecke besser und man kommt bedeutend schneller aus den Kurven heraus. An die kleine Rahmengröße (wie gesagt 15 Zoll) habe ich mich sehr schnell gewöhnt. Es macht mit dem Freddy richtig Spaß, die Abfahrt runter zu brettern. Das Bike wird zwar bei schnelleren Abfahrten etwas nervös, was auch durch die Änderung des Radstandes nicht viel besser wurde, aber es bleibt in einem kontrollierbaren Bereich. Einen Versuch, doch mal einen Uphill zu starten, wurde schnell wieder abgebrochen - für meine Person eindeutig zu klein. Dieser Punkt wird aufgrund der kleinen Rahmengröße bei unserer Bewertung nicht mit einbezogen.

Ich gehöre eher zu der Fraktion des Downhills der alten Schule, sprich: Sprünge werden stets weg gedrückt - zu viel Zeit in der Luft ist verschwendete kostbare Zeit und nicht gut für die Gesamtzeit! Mit dem UMF Freddy bin ich allerdings wieder mit mir am Hadern, auf unserer Hausabfahrt sind die Sprünge so angelegt, dass man sie drücken muss um weiterhin eine saubere Linie zu fahren. Bei Drops und Sprüngen zeigt das UMF sein wahres Gesicht. Das Bike liegt so unglaublich ruhig in der Luft, dass es einen riesigen Spaß macht, sich über den Absprung zu schießen. Hier zeigt sich auch wieder ein Vorteil eines Luftfahrwerks - einfach das Ganze eine Nummer straffer machen und schon kann man richtig Gas geben! Das UMF Freddy1 ist ein Freerider mit starken Genen im Bereich Jumpen und Dirt. Ich hatte unglaublich viel Spaß und konnte es auch nicht lassen, mal den einen oder anderen Trick zu versuchen. Wenn man sich das Gesamtbild des UMF Freddy 1 ansieht, trifft das auch genau den Bereich, für den es gedacht ist: Freeriden und das mit einer ordentlichen Packung Spaß! Vorausgesetzt es geht ein wenig bergab, denn das Beschleunigen zehrt ordentlich an den Kräften.

Während der Zeit, in der wir das UMF ausreizen durften, gab es keinerlei Beanstandungen. Alle Anbauteile, auf die wir jetzt auch noch kurz eingehen wollen, verrichteten zuverlässig ihre Arbeit. Um einen Richtungswechsel vorzunehmen reicht ein Zug am Truvativ Husselfelt Lenker mit 30 mm Rise und einer Breite von 680 mm. Montiert ist dieser an einem Husselfelt Vorbau mit 40 mm Länge. Verzögert wird mit Hayes Stroker Trail Bremsen, vorne und hinten mit 203 mm Scheiben. Geschaltet wird mit Shimano Deore/SLX und als Kurbelgarnitur ist eine Truvativ Husselfelt verbaut. Die zwei Kettenblätter sind umgeben von einem Truvativ Shiftguard - damit die Kette immer schön da bleibt, wo sie hingehört, Die Laufräder kommen aus dem Hause Alex (Supra BH) und für die Bodenhaftung sind Maxxis Minion in 26x2,5 verantwortlich. Sein Hinterteil plaziert man auf einem Velo VL-2064 CM - er wird zwar nicht viel genutzt, aber ist durchaus angenehm.

Ein großes Entscheidungskriterium für den Kauf ist natürlich auch der Preis, der beträgt 1899 Euro. Ein durchaus gerechtfertigter Preis, da das gesamte Paket für seinen Einsatzbereich eine sehr zufriedenstellende Leistung abgibt, aber auch noch einiges an Tuningpotenzial offen lässt. So kann man durch die eine oder andere Änderung noch am Gewicht abspecken. Schön ist das variable Ausfallende mit Anpassung der Kettenstrebenlänge an die eigenen Bedürfnisse. Ein schöne Lösung. Das Problem mit der Sattelklemme hat sich übrigens gegenüber dem 2007er Modell auch erledigt.

Fazit:
Das UMF Freddy1 konnte auch für 2010 überzeugen, wenn es um das Thema Freeriden geht. Es liebt die Abfahrt und ist ein großer Freund von Sprüngen. Das UMF Freddy hat zwar einiges auf den Rippen, aber dafür ist es nicht so schnell klein zu kriegen.

Mehr Infos unter www.umf-bikes.com

Elton
(30.03.2010)