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Albrecht AE 600 - Test Motorrad-Gegensprechanlage
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Mit dem Motorrad unterwegs zu sein ist ein Hochgenuss, egal ob es sich um die ausgedehnte Motorradtour oder um einen kurzen Wochenend-Trip handelt. Selbst mit der Sozia im Rücken kann die Tour allerdings sehr wortkarg werden - manche Männer wollen genau das erreichen, andere wiederum nicht. Abhilfe schaffen hier spezielle Motorrad-Gegensprechanlagen. Diese gibt es in allen Preisklassen und mit allen erdenklichen Features. Nicht jeder Biker ist allerdings bereit, für den Dialog hunderte von Euros auf den Tisch zu legen. Wir haben uns auf die Suche nach einer preiswerten Gegensprechanlage gemacht und sind mit der Albrecht AE 600 von Alan Electronics fündig geworden. Doch was taugt die Gegensprechanlage, die preiswerter ist als so manches Handy? Wir waren sehr gespannt!

Alan Electronis bietet Motorradfahrern eine sehr große Auswahl an Sprechanlagen und Sprechfunksets, wobei wir uns im Rahmen dieses Tests für die drahtgebundene Kommunikation entschieden haben. Unsere Wahl fiel auf das preiswerte AE 600 Interkom. Headset-Versionen sind für Integralhelme (Set CHS 300N) und Jet-Helme (Set OHS 500N) erhältlich. Wir hatten im Test natürlich die Version für Integralhelme. Sauber in einzelnen Tütchen verpackt offenbart sich der Inhalt wie folgt: Das Interkom AE 600 als Herzstück der Anlage, zwei Headsets (in unserem Fall für Integralhelme), zwei Verbindungskabel (davon ein Spiralkabel), Klebepads zum Befestigen der Kabel im Innern des Helms, jeweils 1 Set Klettpunkte pro Headset als Ersatz - falls man mal den Helm wechseln sollte - sowie die Bedienungsanleitung. Die Anleitung ist in mehreren Sprachen verfasst und natürlich fehlt auch nicht die deutsche Beschreibung. Die Anleitung ist kurz und knapp gehalten und klärt über das Nötigste auf. Die Inbetriebnahme als auch die Bedienung der Gegensprechanlage ist denkbar einfach. Selbst Technikverweigerer werden nicht an ihre Grenzen stoßen und sich somit schnell an der Unkompliziertheit des Gerätes erfreuen.

Die Kommunikationsanlage AE 600 wird mit drei AAA-Batterien betrieben. Der Vorteil: Diese Batterien gibt es immer und überall - leider liefert der Hersteller nicht direkt die Batterien mit. Das Einsetzen der Batterien in das Batteriefach geschieht ohne Probleme. Wesentlich mehr Zeit sollte man sich mit dem Einsetzen des Headsets in den Helm lassen. Das Mikrofon sollte so nah wie möglich am Mund sein (logisch), während bei den Lautsprechern etwas Vorsicht geboten ist. Diese dürfen das Ohr nicht ganz verdecken, damit man auch noch die anderen Geräusche um sich herum wahrnimmt und nicht nur das Gesabbel des Sozius/der Sozia. Die dünnen Kabel müssen alle im Helm verlegt werden, da diese starker mechanischer Beanspruchung nicht stand halten. Man sollte sich ein wenig mit seinem Innenfutter vertraut machen und wird arg überrascht sein, wo man nicht überall die Kabel geschickt im Helm verstauen kann, ohne dass diese stören. Das Einsetzen der dünnen Lautsprecher und des kleinen Mikrofons bereitete uns keinerlei Probleme. Zu beachten ist, dass am Helm keine Veränderungen vorgenommen werden dürfen! Das dickere Kabel mit dem Stecker wird mit dem weißen stabilen Band, welches gleichzeitig als Zugentlastung dient, am Helmriemen befestigt.

Das Headset wird mit dem Stecker in die Buchsen des Verbindungskabels gesteckt. Man muss ein wenig aufpassen, dass man nicht zu grob mit den Steckern umgeht, da die dünnen Stifte sonst verbiegen können. Danach werden die Kabel in die entsprechenden Buchsen des Interkom gesteckt - Fahrer und Sozius werden separat aufgeführt. Lobenswert ist, dass die Buchsen mit einem kleinen Gummistopfen verschlossen sind und somit die Buchsen bei Nichtgebrauch schützen. Durch einen kleinen Schalter, der auch mit Handschuhen bedient werden kann, wird die Anlage in Betrieb genommen. Es stehen drei verschiedene Betriebsmodi bzw. Lautstärken zur Verfügung: Low, Medium und High. Der AE 600 signalisiert seine Betriebsbereitschaft mit einer roten LED. Ferner bietet die Gegensprechanlage eine weitere Buchse für einen MP3 Player oder ein Navi. Die Verbindung geschieht über ein Audiokabel, welches aber nicht im Lieferumfang enthalten ist. Diese Audioverbindung wird durch einen separaten kleinen Lautstärkeregler gesteuert. Die Verbindung hat übrigens keinen Einfluss auf die Gegensprechanlage und versorgt Fahrer als auch Sozius zusätzlich mit Musik o.ä. und kann sogar im Solobetrieb eingesetzt werden. Die Wiedergabe ist allerdings in Mono.

Für unseren Test hatten wir uns direkt einen mehrtägigen Roadtrip durch Frankreich vorgenommen. So verstauten wir neben den benötigten Kleidungsstücken Ersatzbatterien - wir wussten ja nicht, was auf uns zukommen würde. Wir waren mehrere Tage von morgens bis abends unterwegs - eine harte Zeit nicht nur für die Sozia, sondern auch für die Gegensprechanlage. Überrascht waren wir von dem Tragekomfort. Weder das Mikrofon, noch die Lautsprecher, noch die im Helm verlegten Kabel störten in irgendeiner Weise. Auch das am Helmriemen befestigte dickere Teil des Kabels mit dem Stecker störte nicht. Lediglich beim Aufziehen des Helmes muss man etwas aufpassen, dass die Ohren nicht am Lautsprecher hängen blieben. Doch noch eine Sache überraschte uns: Die lange Betriebsbereitschaft mit einem einzigen Satz Batterien. Man kann ohne Probleme mehrere Tage unterwegs sein, ohne die Batterien wechseln zu müssen - damit hatten wir ehrlich gesagt nicht gerechnet! Die Handhabung der Gegensprechanlage erwies sich als ausgesprochen unproblematisch. Der Wechsel in einen anderen Betriebsmodus (lauter oder leiser) sollte allerdings nicht unbedingt während der Fahrt geschehen und auf gar keinen Fall vom Fahrer vorgenommen werden!



Wir hatten das leichte Interkom mit einer Größe von etwa 12 x 7 x 2,5 cm in der großen Rückentasche des Fahrers verstaut. Lediglich beim Absteigen musste bedacht werden, dass man per Kabel miteinander verbunden ist - hier ist Funk natürlich von Vorteil. Allerdings gewöhnt man sich sehr schnell daran, beim Absteigen an die Kabelverbindung zu denken. Die Kabel sind lang genug und das überschüssige Kabelmaterial verschwand zusammengerollt ebenfalls in der Rückentasche. Beim Kauf sollte bedacht werden, dass die Gegensprechanlage durch die Kabelverbindung nur für zwei auf einem(!) Motorrad sitzende Personen geeignet ist - logisch! Lobenswert ist, dass diverse Ersatzteile wie Headsets, Verlängerungskabel, Lautsprecher, Pads etc. bei Alan Electronics im Shop erhältlich sind. Die Albrecht AE 600 Gegensprechanlage funktionierte bei uns im Test ohne Tadel und die drei Lautstärkestufen erwiesen sich als ausreichend. Wir hatten allerdings nur die beiden stärksten Lautstärken im Betrieb: Auf der Landstraße wählten wir die mittlere Einstellung und auf der Autobahn die lauteste Einstellung. Erfreulich war, dass die lauteste Einstellung nicht die Fahrgeräusche vom Pegel anstiegen ließ.



Die akustische Verbindung ist klar und deutlich. Während des Betriebes ist die Sprechverbindung die ganze Zeit aktiv. Störgeräusche konnten wir im Test kaum auszumachen. So stört das Mobiltelefon zum Beispiel nur, wenn es sich in umittelbarer Nähe des Interkom befindet - wir kennen diese vom Handy verursachten Störungen bei Radios. Einen Ausfall der Albrecht AE 600 Motorrad-Gegensprechanlage konnten wir nicht verbuchen - Kabelverbindungen sind scheinbar stabil und unproblematisch! Für knapp 70 Euro bekommt man eine äußerst günstige, aber dennoch sehr zuverlässige Gegensprechanlage, die zudem mit einer guten Sprachqualität überzeugen kann! Die einfache und unkomplizierte Handhabung kann ebenfalls überzeugen! Einen großen Vorteil hat die Gegensprechanlage gegenüber einem direkten Vier-Augen-Gespräch zusätzlich: Wenn es zu viel wird mit dem Dialog, einfach den Betriebsschalter umlegen oder das Kabel ziehen ;-)

Preis: 69,90 (komplett mit Headsets)

Hersteller: www.alan-electronics.de

(aw / 07.11.2011)